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      IIBP - Postgraduale Weiterbildung in Psychotherapie und Psychoanalyse nach Charles Baudouin IIPB
 

Fachpsychologe/Fachpsychologin
für Psychotherapie FSP

Programmtitel

Postgraduale Weiterbildung in Psychotherapie und Psychoanalyse nach Charles Baudouin IIPB

Ziel

Stichworte: integrative Psychotherapie, Eröffnung und Synthese, Suche nach dem idealen Gleichgewicht zwischen therapeutischem Prozess und Person.

Die therapeutische Technik stützt sich auf drei Ebenen der psychischen Aktivität, vom Willensakt oder dem Wollen (bewusste Realisierung einer vorgängig bewussten Idee) über die Suggestion (unbewusste Realisierung einer vorgängig bewussten Idee) bis zu psychoanalytisch hervorgebrachten Vorgängen (Subaktionen oder unbewusste Realisierung vorgängig unbewusster Ideen).
Jeder dieser drei Formen der psychischen Aktivität wird eine je unterschiedliche therapeutische Methodengruppe zugeordnet:

  1. die Methoden zur Beeinflussung des Willens, das heisst alle Therapieformen, die unterstützend und stärkend für das Selbst wirken
  2. suggestive Methoden
  3. psychoanalytische Methoden.

Von der ersten bis zur dritten Gruppe arbeiten die Methoden mit einer zunehmend stärkeren Beteiligung des Unbewussten.

Ziel des Instituts ist es, PsychotherapeutInnen auszubilden, die zu selbständiger Arbeit fähig sind. Am Institut werden drei Fähigkeiten geschult: Wissen (savoir), Sein (savoir-être) und Können (savoir-faire).
Das Institut hält folgende Arbeitsinstrumente für die wichtigsten Werkzeuge von TherapeutInnen: erworbene Theorien oder Bezugssysteme (Wissen), Techniken und Anwendung der erworbenen Theorien und Erwerb neuer Theorien, wo nötig (Können), Person der Therapeutin, des Therapeuten als Arbeitsinstrument innerhalb der Therapie (Sein).
Die Ausbildung am Institut will die Studierenden hinsichtlich dieser drei Aspekte weiterbilden.

AdressatInnen

PsychologInnen mit einem Lizenziat

Aufnahme-
verfahren

  • Abgeschlossene Einzelanalyse
  • Gesuch an die Präsidentin der Schweizer Gruppe mit Bestätigung über erfolgte Einzelanalyse, Kopien der Diplome, Bestätigung über ein absolviertes oder geplantes Praktikum Vorbedingungen: 3 vorgängige Gespräche mit drei verschiedenen DozentInnen
  • Prüfung des Dossiers durch den DozentInnen-Ausschuss
  • Präsentation der Kandidatur vor dem nationalen und internationalen Vorstand sowie vor der Mitgliederversammlung

Teilnahme-
bedingungen

  • Abgeschlossene Einzelanalyse mit mindestens 150 Stunden über drei Jahre hinweg mit einer Analytikerin oder einem Analytiker einer anerkannten analytischen Schule.
  • Lizenziat mit Psychologie im Hauptfach sowie ausreichende Kenntnisse der Psychopathologie.
  • Praktikum im Umfang von mindestens einem Jahr Vollzeit in einer Institution oder einem ambulanten Dienst für PatientInnen mit psychischen Problemen. Dieses Praktikum kann während der Ausbildung absolviert werden, muss aber bei Beginn der Begleitphase abgeschlossen sein.
  • Positive Beurteilung des Gesuchs durch den DozentInnen-Ausschuss

Lerninhalte

Die Weiterbildung am Institut Baudouin setzt sich aus zwei untrennbaren Ausbildungsschienen zusammen:

  • Praxisorientierung: mit Wissen über das Selbst, über das Unbewusste und über die Methoden und Techniken der Psychoanalyse und der analytisch ausgerichteten Psychotherapie (Selbstanalyse, Lehranalyse, Begleitung).
  • Theorieorientierung: Die theoretische Ausbildung deckt folgende Anwendungsgebiete ab: Metatheorie, Therapietheorie, Praxistheorie.
    Ausser den obligatorischen Seminaren kann die theoretische Ausbildung auch ausserhalb des Instituts erfolgen, beispielsweise an einer kantonalen Universität oder an einem anderen anerkannten Institut, das von den Berufsverbänden für die Weiterbildung zugelassen wurde.

Inhalt des theoretischen Unterrichts:

  • Theoretisches Modell der psychoanalytischen Psychotherapie nach Freud, Jung, Baudouin und anderen (Konzepte der Psychoanalyse, psychoanalytische Diagnose)
  • Praxis der psychoanalytischen Behandlung (Erstgespräche / Anamnese / Interventionsstrategien / Analyse der Übertragung und der Gegenübertragung / Interpretation / Ende der Behandlung)
  • Praxis der psychagogischen Behandlung: Suggestions- und Autosuggestionstechnik, Technik der Psychagogie. Psychagogie [von ‚Psyche' = Seele und ‚ago' = ich führe] ist die Wissenschaft der Methoden für eine bessere Lebensführung, zur Beherrschung des Selbst, zu Konfliktlösung, die alle einen grossen therapeutischen und präventiven Wert haben
  • Praxis der Kinderpsychotherapie (Analyse der Anfrage / Interventionsstrategien mit den Familien / Technik des Sandspiels / Spieltherapie / Kinderzeichnungen in der Psychotherapie)
  • Erforschung der Wirksamkeit der Psychotherapie (Teilnahme an schweizerischen Studien zu diesem Thema)
  • Berufs- und Standesethik (Studienseminar zu den verschiedenen Ehrenkodexen des Berufs; Kodexe der Dachorganisationen; kantonale Gesetze und Kodexe)
  • Psychotherapieforschung (Erarbeitung von Fallpräsentationen durch die Studierenden unter Berücksichtigung der qualitativen Forschung)

Lernformen

  • Berufsbegleitende Weiterbildung. Die Stunden finden abends oder samstags statt.
  • Persönliche Entwicklung mittels Einzeltherapie.
  • Seminare und Gruppenarbeiten in Kleingruppen (in der Regel 10 bis 15 Personen).
  • Selbststudium von Literatur.
  • Supervision der eigenen therapeutischen Tätigkeit.
  • Fallpräsentationen zu Beginn in der Kandidatengruppe, später vor allen Mitgliedern des IIPB.

Zeitaufwand

Die vollständige Weiterbildung dauert mindestens 6 Jahre. Sie umfasst insgesamt 760 Ausbildungsstunden:

  • 150 Std. persönliche Entwicklung (Selbsterfahrung, Einzelanalyse)
  • im Einzelsetting
  • 150 Std. Einzel-Supervision
  • 100 Std. Gruppen-Supervision
  • 400 Std. Wissensvermittlung (264 Std. finden während der didaktischen Phase der Weiterbildung statt)
  • Selbststudium: Lektüre von Texten für die Seminare
  • Ein Jahr klinische Praxis in einer psychosozialen Institution (Praktikum).
  • Persönliche Aktivität als Therapeutin oder Therapeut: mindestens 8 Therapien werden supervisioniert, davon 2 Langzeit-Therapien; dies entspricht 400 Std. therapeutischer Arbeit mit PatientInnen

Dauer

Die vollständige Weiterbildung dauert mindestens 6 Jahre.
Während der ersten zwei Jahre als «Aktivmitglied» muss die Person an zwei Gruppen-Supervisionen teilnehmen.

Orte

Genf und übrige Westschweiz in verschiedenen Privatpraxen. Einige internationale Treffen finden in Lyon, Paris oder Brüssel statt.

Studienkosten

Didaktische Phase: 3 Jahre

  • Einschreibegebühr (Fr. 165.- x 3 Jahre)

495.-

  • Lehranalyse (Fr. 120.- x 150 Sitzungen)

18000.-

  • 6 Ausbildungstage (Fr. 200.- x 6 Tage)

1200.-

  • Seminare Jahresthema (wenn externer Dozent)

300.-

  • Obligatorische Seminare (Fr. 20.- x 120 Std.)

2400.-

  • Internationales Symposium

90.-

  • Schweizer Begleitgruppe (ein Jahr, d.h. Fr. 20.- x 20 Std.)

400.-

Begleitphase: 3 Jahre

  • Einschreibegebühr (Fr. 245.- x 3 Jahre)

735.-

  • Individuelle Supervision (Fr. 120.- x 150 Sitzungen)

18000.-

  • Schweizer Begleitgruppe (Fr. 20.- x 60 Std.)

1200.-

  • Internationale Begleittage (Fr. 200.- x 3 Tage)

600.-

  • Seminar Jahresthema (wenn externer Dozent)

300.-

  • Obligatorische Seminare (Fr. 20.- x 60 Std.)

1200.-

  • Internationales Symposium

90.-

Neue Aktivmitglieder: 2 Jahre

  • Schweizer Begleitgruppe (Fr. 20 x 40 Std.)

800.-

  • Internationale Begleittage (Fr. 200.- x 2 Tage)

400.-

TOTAL

46'210.-


  • Nicht enthalten in oben stehender Darstellung sind die Kosten für Fachliteratur und weiteres Studienmaterial, für Reisen, Unterkunft und Verpflegung sowie die Kosten anderer ggf. erforderlicher Elemente wie Versicherungen, Verbandsbeiträge, usw. Ebenso nicht enthalten sind die Gebühren für das Prozedere zum FSP-Fachtitel
  • Die Preisangaben entsprechen dem Stand im Jahr 2005, Anpassungen / Änderungen bleiben ausdrücklich vorbehalten.
  • Verbindliche Angaben zu den Kosten erteilt i.d.R. der Organisator/Veranstalter der Weiterbildung oder weitere von ihm bezeichnete Personen/Institutionen (s. Kap. 'Information').

Abschluss

Nach erfolgreichem Abschluss des Nachdiplomstudiums können die AbsolventInnen Aktivmitglieder des Instituts für Psychoanalyse und Psychotherapie IIPB werden.
Bei Vorlegen eines Dossiers erhalten sie den Fachtitel «Fachpsychologe/Fachpsychologien für Psychotherapie FSP».

Arbeitsgebiete

-

Trägerschaft

Institut International de Psychanalyse et de Psychothérapie Charles Baudouin (IIPB)

Anmeldung

Institut International de Psychanalyse et de Psychothérapie Charles Baudouin (IIPB)
www.institut-baudouin.org / groupe.suisse(at)institut-baudouin.org
Präsidentin Schweiz: Michèle Rodé, rue du Bassin 14 2000 Neuenburg, Tel. 032 724 97 50

Information

Institut International de Psychanalyse et de Psychothérapie Charles Baudouin (IIPB), Sitz: rue de la Filature 17, 1227 Carouge

Präsidentin Schweiz: Doris Schmidt Fourmont

Präsidentin international:Mme Brigitte Leloup-Guillemaud, Le Liberty, 1 pl. de la Libération F - 73000 Chambéry, 00 33 479 70 21 30, brigitte.leloup(at)worldline.fr

Telefon

-

Telefax

-

E-Mail

groupe.suisse(at)institut-baudouin.org

Internet

www.institut-baudouin.org

Besondere Anmerkungen

Die Anmeldefrist ist der 30. September jedes Jahres.
Bei Erfüllung gewisser Bedingungen können Personen mit einem Staatesexamen in Medizin ebenfalls zum Studium zugelassen werden (Nachweis einer Weiterbildung im Bereich Psychologie und Psychopathologie).

Stand

  • Das von der FSP in französischer Sprache anerkannte Curriculum datiert vom März 2005
  • Anerkennung als postgraduale Weiterbildung durch die FSP: 27. Mai 2005
  • Dieses Dokument entspricht dem Informationsstand im März 2005; es bezweckt, einen Überblick zu vermitteln. Detaillierte, verbindliche Informationen gibt die obengenannte Informationsstelle ab.