News | Kontakt | Sitemap |
 Suche 
de | fr | it
 
   
     
//Home / Publikationen / Medien / Archiv Medien / {$altPrint}
Benutzername
Passwort
 
      Bundesrat will auf dem Rücken der psychisch Kranken sparen
 

Bern, den 6. Juni 2005

Medienmitteilung:
Bundesrat will auf dem Rücken der psychisch Kranken sparen

Die Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen FSP hat mit grossem Erstaunen Äusserungen in der Sonntagspresse zur Kenntnis genommen, wonach das Bundesamt für Gesundheit BAG auf dem Buckel einer der schwächsten Patienten-Gruppe sparen will: bei Menschen mit psychischen Erkrankungen. Die Ankündigung des Bundesamtes erfolgt, obwohl wissenschaftliche Studien belegen, dass in der schweizerischen Bevölkerung, insbesondere bei Jugendlichen unter 20 Jahren sowie bei älteren Personen, psychische Erkrankungen wie schwere Depressionen stark verbreitet sind und weiter ansteigen.

Alarmierende Suizidraten

Ein verlässlicher Hinweis für den schlechten psychischen Gesundheitszustand vieler Menschen in der Schweiz ist die sehr hohe Suizidrate: Mit 1'300 bis 1'400 suizidbedingten Todesfällen pro Jahr weist die Schweiz im europäischen Vergleich eine überdurchschnittlich hohe Selbstmordrate auf. Hierzulande sterben jährlich zweimal mehr Menschen durch Selbsttötung als durch Verkehrsunfälle.

Der Bundesrat hat erkannt, dass die Suizidprävention in der Schweiz verstärkt werden muss und deshalb das BAG beauftragt, entsprechende Massnahmen zu entwickeln. Wie passt dies zu den Kürzungsabsichten bei der Psychotherapie?

Qualität und Wirksamkeit nachweisen

Im Gegensatz zu komplementär-medizinischen Methoden ist die Wirksamkeit der zumeist universitär weiterentwickelten Psychotherapie wissenschaftlich nachgewiesen. Dass bei entsprechender Diagnose fachgerecht eingesetzte Psychotherapie wirksamer und zweckmässiger ist als jede andere Behandlung, belegen universitäre wissenschaftliche Studien eindeutig.

Selbstverständlich sollten in der Grundversicherung deshalb nur Therapien zugelassen werden, deren Patienten-Nutzen wissenschaftlich erwiesen ist und die ein entsprechendes Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweisen.

Auch sollen in der Grundversicherung Menschen mit psychischen Erkrankungen nur von bestens dafür ausgebildeten Fachpersonen behandelt werden und gemäss gesicherten Diagnosen. Dies ist heute leider nicht immer der Fall.

Dass angeblich 5000 Psychologen in die Grundversicherung drängen, trifft nicht zu, es ist unklar, worauf das Bundesamt diese Zahlen stützt.

Mehr Qualität via mehr Wettbewerb

Die FSP betrachtet mehr Wettbewerb als ein geeignetes Mittel, um im schweizerischen Gesundheitswesen erstens die Kosten besser in den Griff zu bekommen und zweitens gleichzeitig die Qualität zu verbessern. Die Krankenkassen sollten frei sein, nur mit den am besten qualifizierten Psychotherapeuten Verträge abschliessen zu können.