20.3.2003
Nationales Netzwerk für psychologische Nothilfe NNPN
Gesundheitsfördernde psychologische Massnahmen für die Bevölkerung
Wie gehe ich in Zeiten erhöhter Besorgnis mit meinen Ängsten um? Wie verhalte ich mich gegenüber den Kindern?
Ungewissheit, Ohnmacht und Angst prägen die Gefühle vieler Menschen angesichts beunruhigender weltpolitischer oder nationaler Ereignisse. Das haben der Terroranschlag vom 11. September und der Amoklauf im Kantonsparlament von Zug 2001 gezeigt, das bestätigen die Irak-Krise und der Kriegsausbruch in diesen Tagen. Folgen davon können Schlaflosigkeit, Konzentrationsstörungen oder eine allgemeine Unruhe und Rastlosigkeit sein. Doch diesen Ohnmachtsgefühlen kann man mit einfachen Massnahmen aktiv entgegentreten.
Gesundheitsfördernde Massnahmen in Zeiten erhöhter Besorgnis - Mit andern zu sprechen, entlastet und beruhigt. Indem man mit der Partnerin oder dem Partner, mit Familienangehörigen, Freundinnen und Freunden oder Berufskollegen über Besorgnis erregende Themen spricht, kann Zuversicht aufgebaut werden.
- Man soll sich um sachliche Informationen in angemessener Menge bemühen.
- Aktivitäten mit einem hohen Erholungswert wie Spaziergänge, gemeinsame Mahlzeiten mit der Familie oder mit Freunden, Sport und Wellness, Musikhören oder Lesen helfen sich zu entspannen und zu stärken.
- Auf gesunde Ernährung und genügend Schlaf ist besonders zu achten.
- Insbesondere zu einsamen Menschen sollte man Kontakt suchen und ihnen Gesprächsmöglichkeiten anbieten.
Beim Umgang mit Kindern sollte man auf Folgendes dringend achten - Kleinkinder und Kindergartenkinder sollten nicht mit Kriegsbildern konfrontiert werden. Allfällige Fragen zum Geschehen müssen jedoch altersgerecht beantwortet werden, indem man die Kinder beruhigt und ihnen Zuversicht vermittelt.
- Schulpflichtige Kinder sollten nicht alleine Informationssendungen konsumieren. Man sollte ihnen zudem Rückfragen stellen und mit den Kindern über das sprechen, was sie gesehen oder gehört haben. Auch hier ist es wichtig, die Kinder zu entlasten, zu beruhigen und ihnen Zuversicht zu vermitteln.
- Es ist zu vermeiden, dass sich Kinder im Fernsehen wiederholt Bilder mit zerstörerischem Inhalt oder aus dem Zusammenhang gelöste Sequenzen ansehen.
- Das Angst machende Thema sollte nicht tabuisiert werden. Kinder entwickeln rasch Phantasien und Ängste zu Themen, die nicht offen angesprochen werden, besonders wenn sie auf dem Pausenhof oder via Medien mit bruchstückhaften Informationen konfrontiert werden.
- Kurze Gespräche über schöne Erlebnisse vor dem Schlafengehen helfen zu entspannen.
- Angenehme Aktivitäten mit der Familie und mit Freunden und Freundinnen sollten gefördert und gepflegt werden, ganz allgemein sollte die Alltagsroutine aufrechterhalten werden.
- Auch bei Kindern sollte man auf eine ausgeglichene Ernährung und genügend Schlaf achten.
Was ist das NNPN?
Das Nationale Netzwerk Psychologische Nothilfe NNPN koordiniert im Auftrag des Koordinierten Sanitätsdienstes im Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS die Psychologische Nothilfe im Falle von Katastrophen, Unfällen, Terroranschlägen und ausserordentlichen Lagen. Dazu arbeitet das Gremium derzeit nationale Ausbildungsstandards und Einsatzrichtlinien für Fachpersonen, Einsatzkräfte und Freiwillige aus.
Im NNPN sind vertreten: - Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen FSP
- Kommission für Kriegs- und Katastrophenpsychiatrie KKP
- Schweizerische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie SGP
- Schweizerische Gesellschaft für Psychotraumatologie SGPT
- Arbeitsgemeinschaft Notfallseelsorge Schweiz ANS
- AET Special Care
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS
- Sekretariat KSD (Koordinierter Sanitätsdienst).
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