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      In-Vitro-Fertilisation: Vernunft statt Verbote
 

Bern 9. März 2000

In-Vitro-Fertilisation: Vernunft statt Verbote

Die Zeugung eines Kindes ausserhalb des Körpers einer Frau, die In-Vitro Fertilisation, soll laut FMF-InitiantInnen verboten werden. Am 12. März können wir dazu nur mit Ja oder Nein antworten. Ein Ja ermöglicht immerhin eine vernünftige Anwendung, ein Nein ist absolut.

Ein Ja sollte uns aber nicht daran hindern, im Vorfeld der Abstimmung einmal mehr über mögliche Alternativen zur High-Tech-Medizin nachzudenken und Spitzentechnologie wirklich nur als ‚ultima ratio' (letzte Hoffnung) in Betracht zu ziehen.

Männer und Frauen sind in den meisten Fällen nicht einfach fruchtbar oder unfruchtbar. Fruchtbarkeit steht wie viele andere (physische) körperliche Zustände in einer sensiblen gegenseitigen Wechselwirkung mit dem psychischen Wohlbefinden. Hinsichtlich erwünschter Schwangerschaft erwies sich gemäss deutscher Studien das Mobilisieren psychischer und sozialer Ressourcen erfolgreicher als die künstliche Befruchtung.

Ob man nun im Einzelfall für oder gegen die In-Vitro-Fertilisation ist, lohnt es sich in jedem Fall, zuerst allfällige psychische Faktoren jedes einzelnen Partners bzw. der Paarbeziehung insgesamt abklären zu lassen - und erst bei dann in die High-Tech-Medizin zu investieren, wenn die eigenen physischen und psychischen Ressourcen mobilisiert wurden.

Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen FSP
Schweizer Psychotherapeuten-Verband SPV