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      Deklaration der ADP zur Notfallpsychologie
 

Deklaration der Arbeitsgemeinschaft deutschsprachiger Psychologenverbände ADP zur Notfallpsychologie

vom 27. September 2000

Die psychische Belastung von Menschen in Katastrophensituationen ist enorm. Für die Betreuung der Opfer, der Angehörigen, der Notfallfachleute, der freiwilligen Helferinnen und Helfer müssen deshalb nach Auffassung der Arbeitsgemeinschaft deutschsprachiger Psychologenverbände (ADP) international gültige Qualitätsstandards durchgesetzt werden.

Bei Verkehrsunfällen, Gewaltverbrechen, Naturkatastrophen und anderen Notfällen grösseren Ausmasses muss die psychologische Betreuung aller Beteiligten ebenso professionell angeboten werden wie die anderen Hilfeleistungen. Die Berufsverbände der ADP erarbeiten die notwendigen Qualifikationsstandards für Notfallpsychologinnen und -psychologen. Diese Standards sind die entscheidende Voraussetzung für die Qualität der psychologischen Betreuung von Opfern, Angehörigen und Fachleuten.

Nach international einheitlichen Standards qualifizierte Notfallpsychologinnen und -psychologen müssen auch den Helfern der Berufsgruppen Medizin, Polizei, Feuerwehr usw. psychologisches Basiswissen für Notfälle vermitteln. Das hilft den Fachleuten bei der Bewältigung der eigenen psychischen Belastung während und nach den Einsätzen. Es befähigt sie auch, zu beurteilen, wer welche psychologische Unterstützung vor Ort oder Nachbetreuung braucht und wann Notfallpsychologinnen und -psychologen eingesetzt werden müssen.

Die notwendigen Qualifikations- und Qualitätsstandards will die ADP in einem ersten Schritt im deutschsprachigen Raum für öffentliche sowie private Anbieter notfallpsychologischer Dienstleistungen verbindlich etablieren. Nach Auffassung der ADP ist es wünschenswert, wenn sich in der Folge die erprobten und bewährten Kriterien auch ausserhalb des deutschsprachigen Raums durchsetzen.