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      Deutlich mehr Stress am Arbeitsplatz
 

Bern, 9. Oktober 2006

Deutlich mehr Stress am Arbeitsplatz

Der Stress am Arbeitsplatz nimmt zu, wie die Auswertung von rund 500 online Checklisten zeigt, die zwischen September 2005 und September 2006 auf der Internetsite www.stressnostress.ch ausgefüllt wurden. Schlafstörungen, Selbstzweifel, Vergesslichkeit oder gar Absentismus gehören zu den häufigsten Folgen.

Die Schweizer Wirtschaft verliert wegen der negativen Auswirkungen von Stress am Arbeitsplatz jährlich rund 4,2 Mia. Franken (seco 2000). Gleichzeitig geben rund 44% der berufstätigen Personen an, unter starker nervlicher Belastung am Arbeitsplatz zu leiden (Schweizerische Gesundheitsbefragung, BFS 2002).

Stress-Signale nehmen zu

Stresszustände produzieren im Menschen und in seinem Verhalten klare Signale. Die 500 Checklisten die zwischen dem 12. September 05 und 12. September 2006 online ausgefüllt wurden, zeigen eine signifikante Zunahme der Stresssymptome und Verschlechterung der Gesundheit auf:

  • psychosomatische Stresssignale wie Schlafstörungen oder Kopfschmerzen aber auch vermehrt allgemeine Müdigkeit, Nacken-, Schulter- oder Rückenschmerzen,
  • emotionale Signale wie Niedergeschlagenheit oder Selbstzweifel aber auch Gereiztheit oder Schwierigkeiten nach der Arbeit abschalten zu können,
  • kognitive Stresssignale wie Vergesslichkeit oder Unkonzentriertheit
  • aber auch Stresshinweise im Verhalten, wie z.B. nicht zur Arbeit gehen,


haben signifikant zugenommen. Eine allgemeine Müdigkeit sowie eine stetige Gereiztheit können zu einer verminderten Erholungsfähigkeit führen, was langfristig zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen führen kann.

Häufigste Ursachen

Zu den häufigsten Ursachen gehören: während der Arbeit gestört oder unterbrochen zu werden, ungelöste Spannungen oder Konflikte am Arbeitsplatz, eine erdrückende Arbeitsmenge und mangelndes Feedback. Neben einer massiven quantitativen Überforderung sind es insbesondere die sozialen Faktoren, die am häufigsten genannt werden: Konflikte und fehlende Unterstützung sind dabei dominant, dauernde Unterbrechungen können - bei gleichzeitiger erdrückender Arbeitsmenge - besonders belastend erlebt werden.

Die Internetplattform www.stressnostress.ch

Dem Stress am Arbeitsplatz kann man präventiv entgegenwirken. Auf der Internetplattform www.stressnostress.ch finden Betroffene und Führungskräfte Informationen darüber, wie man Stresssignale bei sich und im Umfeld wahrnimmt, wie man die Ursachen durch Beobachten und Befragen ergründet und welche Massnahmen zur Prävention oder zum Abbau des Stresses eingeleitet werden können. Die Checklisten zum Erfassen des Stresspegels stehen Einzelpersonen aber auch Führungskräften zur Verfügung, die krankmachenden Stress bei sich oder ihren MitarbeiterInnen vermeiden wollen (siehe http://www.stressnostress.ch/d/04-check/Check1/check.php)

Geschlechts- Sprach- und Ausbildungsunterschiede

Gegenüber der ersten Erhebung weisen die jetzigen Zahlen darauf hin, dass Frauen höhere psychosomatische Beschwerden erleben als Männer und dass sie Massnahmen zum Stressabbau als wichtiger einschätzen. Alle anderen Faktoren - emotionale Signale wie Niedergeschlagenheit, Selbstzweifel, Gereiztheit oder Schwierigkeiten nach der Arbeit abschalten zu können, sind geschlechtsneutral. Auch die Ursachen, Unterbrüche während der Arbeit, ungelöste Spannungen oder Konflikte am Arbeitsplatz, eine erdrückende Arbeitsmenge und mangelndes Feedback, werden von Frauen und Männern gleich bewertet.

Interessant ist, dass französischsprachige Personen deutlich mehr Belastung am Arbeitsplatz erleben als deutschprachige Personen. Als Ursache wird Routinetätigkeit, wenig Entscheidungsmöglichkeiten und verstärkte Konflikte, keine Unterstützung, autoritärer Führungsstil der Vorgesetzten angegeben.

Die ausgefüllten Checklisten zeigen auch, dass Personen die eine tiefere Ausbildung haben, mehr Stress am Arbeitsplatz ausgesetzt sind.

Mental Health Day der World Federation for Mental Health (www.wfmh.org)

Jede zweite Person in der Schweiz erkrankt in ihrem Leben mindestens einmal an einem schweren psychischen Leiden; Tendenz steigend. Dies hat nicht nur für die

direkt Betroffenen und ihre Angehörigen, sondern auch für die Volkswirtschaft schwerwiegende Folgen. Darum müssen die psychische Gesundheit und deren Schutz in unserem Gesundheitssystem eine höhere Priorität erhalten. In diesem Sinne unterstützt die FSP den am 10. Oktober angesetzten Mental Health Day der World Federation for Mental Health (www.wfmh.org).

Auf Ihre Fragen antwortet von 14 - 16 Uhr
Prof. Dr. Ivars Udris
076 308 54 60

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Die FSP in Kürze

Die Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen (FSP) wurde 1987 gegründet und zählt rund 5'500 Mitglieder.

Die FSP vermittelt Medienschaffenden ExpertInnen für sämtliche psychologische Fragestellungen und ist die kompetente Ansprechpartnerin bei gesundheitspolitischen Themen im Bereich der Psychologie.

Mediensprecherin
Tiziana Frassineti, 031 388 88 12 oder 079 455 37 66
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Weiterführende Informationen zur FSP : www.psychologie.ch