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      Psychologie: Schutz des Publikums vor Scharlatanerie
 

Bern, den 23. Juni 1999

Psychologie: Schutz des Publikums vor Scharlatanerie

Anerkannte psychologische Weiterbildungsangebote auf einen Blick: Soeben hat die Föderation der Schweizer PsychologInnen FSP als Dachverband aller akademisch gebildeten PsychologInnen die Broschüre «Bildungsinformation Postgraduale Weiterbildungen» herausgegeben. Damit leistet die FSP einen weiteren Beitrag zur Qualitätssicherung psychologischer Weiterbildung - und damit gegen die missbräuchliche Anwendung psychologischen Wissens.

Schwer taten sich PsychologInnen bisher, wenn sie sich um einen Überblick der qualitativ hochstehenden Weiterbildungsangebote bemühten. Die Organisation durch private Institutionen und der Mangel an einheitlichen Richtlinien provozierte ein undurchsichtiges Durcheinander verschiedenster Lehrgänge verschiedenster Güte. Mit demselben Problem sahen sich die akademischen Berufs- und LaufbahnberaterInnen konfrontiert.

Die Föderation der Schweizer PsychologInnen FSP hat diesen Missstand erkannt und behoben: Soeben ist die Broschüre «Bildungsinformation Postgraduale Weiterbildungen» erschienen. Auf je zwei Seiten sind darin die Inhalte, Ziele und Organisationsformen der neun FSP-anerkannten Weiterbildungscurricula detailliert beschrieben. Diese Übersicht dient einerseits der Information von BeraterInnen und potenziellen TeilnehmerInnen. Andererseits stellt sie ein Instrument der Qualitätssicherung psychologischer Weiterbildungsangebote dar.

Gegen missbräuchliche Anwendung

Die Föderation der Schweizer PsychologInnen FSP ist der Dachverband der über 4000 universitär ausgebildeten PsychologInnen. Weil in der Schweiz ein gesetzlicher Titelschutz fehlt, muss die FSP im aktuellen Psycho-Boom die professionellen Massstäbe selbst setzen, um das Publikum vor Scharlatanerie und unsachgemässer Anwendung psychologischen Wissens zu schützen. Deshalb stellt die FSP strenge Erfordernisse an die Bildungsqualität ihrer Mitglieder in Aus-, Weiter- und Fortbildung:

  • Auf Ausbildungsstufe verlangt die FSP ein abgeschlossenes Hauptfachstudium in Psychologie; dieses ist Bedingung für das Tragen des Titels «Psychologe FSP» resp. «Psychologin FSP».
  • Auf Weiterbildungsstufe setzt die FSP mit der Vergabe von Fachtiteln die Standards. Fünf Fachtitel existieren bereits (Psychotherapie, Kinder- und Jugendpsychologie, Klinische Psychologie, Neuropsychologie, Berufs- und Laufbahnberatung). Fünf weitere sind in Vorbereitung (Supervision und Coaching, Gesundheitspsychologie, Verkehrspsychologie, Sportpsychologie,Arbeits- und Organisationspsychologie). Nur wer ein FSP-anerkanntes Weiterbildungscurriculum erfolgreich absolviert hat, ist zum Tragen des Titels «Fachpsychologe für Psychotherapie FSP (resp. Kinder- und Jugendpsychologie FSP, Klinische Psychologie FSP, Neuropsychologie FSP, Berufs- und Laufbahnberatung FSP) berechtigt.
    «Mittelfristig sollen alle FSP-Mitglieder, die in eigener Praxis Menschen beraten oder behandeln, in ihrem Fachgebiet eine von der FSP, von der Eidgenossenschaft und von der Europäischen Union anerkannte, berufsbegleitende Weiterbildung absolvieren», schreibt FSP-Präsidentin Katharina Althaus im Vorwort der «Bildungsinformation».
  • Auf Fortbildungsstufe verlangt die FSP von all ihren Mitgliedern stetige Anstrengungen, um ihre psychologischen Dienstleistungsangebote auf dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu halten.


Aktualität gesichert

32 Seiten stark ist die in einer ersten Auflage von 4000 Exemplaren erschienene «Bildungsinformation Postgraduale Weiterbildungen». Sie kostet Fr. 10.- und kann an der Geschäftsstelle der FSP (Tel. 031 388 88 00, Fax 031 388 88 01, fsp@psychologie.ch) bezogen werden. Um die Aktualität zu sichern, wird sie regelmässig überarbeitet. Auf der Webpage der FSP (www.psychologie.ch) findet sich stets der neueste Stand der Angebote.