19.3.2001
Beruf des Psychologen soll Titelschutz erhalten
Lugano (AP) Psychologische Berufe sollen staatlich geschützt werden. Der Ständerat hat am Montag einstimmig eine entsprechende Motion von Franz Wicki (CVP/LU) überwiesen. Damit sollen Missbräuche verhindert und die Gleichbehandlung der schweizerischen Psychologinnen und Psychologen im Zuge der bilateralen Abkommen mit der EU erreicht werden. In der Schweiz dürfe sich jeder Psychologe nennen, sagte Wicki. Patienten könnten qualifizierte und unqualifizierte Angebote oft nicht unterscheiden. Das Geschäft mit der Seele floriere. Einheimischen Psychologen drohe durch die fehlende Regelung ihres Berufs zudem faktisch in der EU ein Ausschluss von Arbeitsbewilligungen sowie im Inland Konkurrenz durch unqualifizierte Berufsleute aus der EU. Der Bundesrat wollte den Vorstoss nur als unverbindlicheres Postulat entgegen nehmen. Durch das In-Kraft-Treten der bilateralen Verträge drohe keine Diskriminerung, sagte Bundesrätin Ruth Dreifuss. Allerdings halte auch der Bundesrat Massnahmen zur Qualitätssicherung für nötig.
ap
Ordnung im «Psychomarkt» Ständerat heisst Motion gut
Lugano (sda) Der schweizerische «Psychomarkt» soll transparent werden. Der Ständerat hat am Montag oppositionslos eine Motion von Franz Wicki (CVP/ZG) für einen Titelschutz für Psychologieberufe gutgeheissen. Psychologieberufe stünden an vierter Stelle der Universitätsabschlüsse, sagte Wicki. Im Interesse des Publikumsschutzes sei eine EU-kompatible eidgenössische Anerkennung der Ausbildung der Psychologinnen und Psychologen anzustreben. Gesundheitsministerin Ruth Dreifuss war bereit, den Vorstoss entgegenzunehmen. Die Materie sei allerdings angesichts der Vielzahl von Schulen und Richtungen heikel. Das Bundesamt für Gesundheit hat den Auftrag, einen Entwurf für ein eigenständiges Psychologie-/Psychotherapiegesetz vorzubereiten. Im weitern überwies der Ständerat ein Postulat von Peter Bieri (CVP/ZG), die Maturitätsreform von 1995 zu evaluieren. Unbestritten blieb eine Empfehlung von Hansruedi Stadler (CVP/UR), alle fünf Jahre einen Bericht zur Situation der Familie in der Schweiz zu erstellen. Ein erster Bericht soll in zwei Jahren erscheinen.
SDA-ATS
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