19.02.2018

Via sicura: Keine Rückschritte in der Verkehrssicherheit

Die Aufweichungen im Programm «Via sicura» führen zu einem Rückschritt in der Verkehrssicherheit. Der Nationalrat muss in der Frühjahrssession den Beschluss des Ständerates korrigieren. Dies empfehlen die Verkehrspsychologen aufgrund aktueller Erkenntnisse aus der Forschung.

Die Massnahmen aus dem Verkehrssicherheitsprogramm Via sicura sind noch nicht einmal alle umgesetzt – und schon soll das Programm aufgeweicht werden, welches den Strassenverkehr sicherer machen soll. Gestützt auf wissenschaftliche Erkenntnisse empfehlen die Verkehrspsychologinnen und Verkehrspsychologen der FSP dem Nationalrat, in der Frühjahrssession die entsprechende Motion der ständerätlichen Verkehrskommission abzulehnen.

Abschreckende Wirkung erhalten: Keine Aufweichung der Administrativmassnahmen

Richterinnen und Richter sollen sehr wohl einen Ermessensspielraum erhalten in der Bemessung der Strafe bei Raserdelikten – die gleichzeitig diskutierte Aufweichung der Administrativmassnahmen (Entzug des Führerausweises nur noch für minimal 6 Monate anstatt der bisherigen 2 Jahre für Rasertatbestände) würde die abschreckende Wirkung der Strafe jedoch massiv abschwächen und ist deshalb kontraproduktiv.

Rückgriffspflicht der Versicherung

Versicherungen sollen nicht mehr verpflichtet werden, bei Alkohol- und Raserdelikten auf den Delinquenten zurückzugreifen. Auch diese Massnahme schwächt die abschreckende Wirkung auf potentielle Straftäter und ist deshalb abzulehnen.

Datenaufzeichnung und Alkoholwegfahrsperren: Verzicht vor der Einführung

Mit dem Verzicht auf Datenaufzeichnungsgeräte und den Alkoholwegfahrsperren bei auffälligen Verkehrsteilnehmenden verliert das Programm effektive und effiziente Instrumente, mit denen Unfälle vermieden werden können. Insbesondere ein- bis dreijährige Alkoholwegfahrsperren in Kombination mit regelmässigen Auswertungsgesprächen bei Verkehrstherapeuten und Verkehrstherapeutinnen versprechen gute rückfallvermeidende Ergebnisse.