23.11.2018

Hürden abbauen - Behandlung psychischer Krankheiten sicherstellen

Die Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen (FSP) hat am vergangenen Samstag die Unterschriftensammlung für eine Petition gestartet. Diese fordert den Bundesrat auf, die bestehenden Zugangshürden bei der Behandlung von psychisch erkrankten Menschen zu beseitigen.

Bei der ambulanten Versorgung psychisch Kranker besteht dringender Handlungsbedarf. Das Gesundheitssystem weist hohe Zugangshürden auf und es fehlt an ausreichend Angeboten, besonders für Kinder und Jugendliche: Wer einen Therapieplatz sucht, wartet nicht selten mehrere Wochen oder Monate auf den ersten Termin. Dabei ist erwiesen: Je früher eine Behandlung einsetzt, desto kürzer und erfolgreicher ist sie.

Die grösste Hürde bilden die Finanzierungsmodalitäten. Die Leistungen von psychologischen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten werden von der Grundversicherung nur bezahlt, wenn sie unter Aufsicht eines Arztes oder einer Ärztin erbracht werden. Dieses sogenannte "Delegationsmodell" wirkt wie ein Flaschenhals und führt zu langen Wartefristen. Aufgrund von Nachwuchsproblemen bei den delegierenden Psychiatern wird sich dieses Problem weiter verschärfen.

Mit der Petition soll nun der Bundesrat aufgefordert werden, diese Zugangshürden zu beseitigen. Die Lösung ist seit Jahren bekannt: Bestausgebildete Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die bereits rund 40% der Patienten und Patientinnen mit psychischen Erkrankungen behandeln, könnten die Versorgung sicherstellen. Dies setzt aber einen Wechsel des Abrechnungsmodells in der Grundversicherung voraus: Vom Delegation- zum Anordnungsmodell.

Petition unterschreiben: huerden-abbauen.ch

Für Rückfragen: Medienstelle FSP, 031 388 88 48, mediafsp.psychologiech

 

Die Petition: Hürden abbauen - Behandlung psychischer Krankheiten sicherstellen

Ich fordere den Bundesrat auf, die bestehenden Zugangshürden bei der Behandlung von psychisch erkrankten Menschen zu beseitigen.

Psychische Erkrankungen und Krisen sind häufig. Fast die Hälfte der Bevölkerung erleidet mindestens einmal im Leben eine psychische Krankheit. In der ambulanten Psychotherapie gibt es Zugangshürden, die zu Versorgungsengpässen führen. Dabei ist bekannt: Nicht rechtzeitig behandelte psychische Krankheiten haben fatale Folgen und verursachen der Schweizer Wirtschaft und den Sozialversicherungen jährlich Kosten in Milliardenhöhe.

Psychotherapie ist eine wirksame und unverzichtbare Methode in der Behandlung von psychischen Erkrankungen. Sie wird von Psychiaterinnen und Psychiatern (Ärzten mit einer entsprechenden Facharztausbildung) und psychologischen Psychotherapeutinnen und -therapeuten (Psychologen mit einer langjährigen, eidgenössisch anerkannten Weiterbildung) angeboten.

Wer heute eine psychotherapeutische Behandlung benötigt, muss lange warten. Insbesondere bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen ist mit Wartefristen bis zu sechs Monaten zu rechnen. Dies, weil aktuell nur Psychiaterinnen und Psychiater berechtigt sind, über die Grundversicherung abzurechnen. Da in der Schweiz zu wenig Psychiaterinnen und Psychiater tätig sind, führt dies zu Wartefristen bis zu einem halben Jahr.

Die Lösung ist einfach: Auch psychologische Psychotherapie muss von der Grundversicherung übernommen werden, wenn sie auf ärztliche Anordnung durchgeführt wird. Nur so hat das lange Warten und Leiden ein Ende.

Die Petition wird unterstützt von: Assoziation Schweizer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (ASP), Coordination Romande des Associations d'Action pour la Santé Psychique (CORAASP), Dachverband der Schweizer Psychologiestudierenden (psyCH), Dachverband Schweizerischer Patientenstellen, Haus- und Kinderärzte Schweiz (MFE), Pro Mente Sana (PMS), Schweizerischer Berufsverband für Angewandte Psychologie (SBAP), SPO Patientenschutz.