12.10.2017

Psychische Gesundheit und Fussball

Am 10. Oktober, dem Tag der psychischen Gesundheit, stellte Pro Mente Sana die Kooperation mit dem BSC Young Boys vor, die zum Ziel hat, Fussballtrainerinnen und -trainer im Nachwuchsbereich für Fragen der psychischen Gesundheit zu sensibilisieren. Die Kooperation findet im Rahmen der Kampagne "Wie geht's Dir?" statt, die auch von der FSP unterstützt wird.

Die Veranstaltung im Stade de Suisse war gleichzeitig die Eröffnung der Berner Aktionstage Psychische Gesundheit. Christa Schwab, Verantwortliche des Bernischen Aktionsbündnisses Psychische Gesundheit, stellte die Kampagne "Wie geht's Dir?" vor (siehe www.wie-gehts-dir-ch).

Marcel Wisler von Pro Mente Sana moderierte das anschliessende Podiumsgespräch zum Thema Fussball und psychische Gesundheit. Die ehemalige Torhüterin und heute Fussballtrainerin Fränzi Nievergelt berichtete darüber, wie sie aufgrund einer psychischen Erkrankung ihre aktive Fussballkarriere beenden musste und wie sie es danach schaffte, ihre Krankheit zu überwinden. "Dank der Unterstützung von Leuten aus meinem Umfeld kann ich heute ein normales Leben führen, obwohl es immer wieder Krisen gibt", sagte sie.

Thomas Ihde, Psychiater und Präsident von Pro Mente Sana, betonte, dass bei psychischen Störungen die Gesundungswege sehr individuell seien, dass eine Gesundung aber möglich sei. Wichtig seien dafür die Unterstützung von Freunden, Angehörigen und von Fachleuten. Lars Lunde, ehemaliger Fussballprofi, der seine aktive Karriere aufgrund der Nachwirkungen eines Autounfalls beenden musste, bestätigte, auch für ihn sei die Unterstützung von Freunden und Angehörigen entscheidend gewesen. Sie habe ihn davor bewahrt, in eine Krise zu geraten, als er merkte, dass es mit dem Fussball nicht mehr in der bisherigen Form weitergehen würde.

Wanja Greuel, CEO des BSC Young Boys, zeigte sich von der Kampagne überzeugt. Psychische Gesundheit sei gerade im Nachwuchsbereich ein wichtiges Thema, da die jungen Leute vieles gleichzeitig erfahren: Leistungsdruck, den sie sich selber auferlegen; Druck, der von aussen ausgeübt wird; Pubertät, Schule, Berufswahl, usw. Aline Stöckli, Spielerin der ersten Mannschaft der Young Boys bestätigte diese Sicht. Dazu komme auch viel Stress, da junge Sportler viele Termine zu koordinieren hätten.

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