Anordnungsmodell bleibt trotz Covid-19 aktuell

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Die Arbeiten zur Einführung des Anordnungsmodells für die psychologische Psychotherapie laufen weiter und bleiben auf der Prioritätenliste ganz oben. Trotzdem kann es wegen der Covid-19-Massnahmen zu Verzögerungen kommen.

Im Februar (Webnews vom 5.2.20) und im März (Psychoscope 2/2020) berichteten wir ausführlich über den Stand der Dinge in Bezug auf die Einführung des Anordnungsmodells für die psychologische Psychotherapie. Im Vordergrund stand damals das Gespräch mit verschiedenen Akteuren, die Vorbehalte gegenüber dem neuen Modell geäussert haben.

In der Zwischenzeit haben einige Gespräche stattgefunden, darunter auch ein Treffen von verschiedenen Stakeholdern mit Beteiligung des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Ein zweites solches Treffen, das bereits geplant war, musste wegen der Covid-19-Massnahmen abgesagt bzw. verschoben werden. Wir rechnen damit, dass auch das dritte Treffen in einer noch grösseren Runde, das geplant ist, verschoben werden muss.

Wir setzen uns dafür ein, dass es trotz dieser unvermeidlichen Verschiebungen nicht zu grösseren Verzögerungen des Projekts kommt. Parallel arbeiten wir daran, verschiedene Fragen zu klären, mit dem Ziel, einen tragfähigen Kompromiss mit den Stakeholdern, die Bedenken haben (Ärzte, Krankenkassen) zu finden. Gleichzeitig laufen auch die Vorbereitungen der Tarifverhandlungen normal weiter. Über den Verlauf dieser Verhandlungen berichten wir in der kommenden Mai-Ausgabe des Psychoscope ausführlich. 

Kommentare

Maria Dickson

Maria Dickson

18/05/2020

Das Anordnungsmodell wird gerade wegen Corona aktueller denn je! Gerade jetzt, wo die psychischen Folgen der Pandemie sich immer klarer abzeichnen und weltweit die Wichtigkeit der psychischen Gesundheitsversorgung betont wird (https://www.un.org/en/coronavirus/mental-health-services-are-essential-…), zeigt sich die Dringlichkeit des Übergangs zum Anordnungsmodell. Ich vermute, dass ein grosser Anteil der Betroffenen Psychotherapie und keine spezifisch psychiatrische Behandlung benötigt. Es wäre sehr bedauernswert, wenn weiterhin nur bessergestellte Betroffene sich die Therapie bei einer psychologischen Psychotherapeutin leisten könnten.

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