Anstellung einer Reinigungskraft

Rasmus Dwinger
Berufspraxis
Verband
Ich habe mich als Psychotherapeut selbstständig gemacht und möchte meine Praxis von einer Reinigungskraft putzen lassen. Ein Kollege sagte mir, dass ich dafür einen Arbeitsvertrag abschliessen muss. Stimmt das?

Ja. Wer seine Wohnung oder seine Geschäftsräumlichkeiten von jemandem regelmässig reinigen lässt, gilt als Arbeitgeber und muss für die angestellte Person Sozialabgaben entrichten und eine Berufsunfallversicherung abschliessen. Um Schwarz­arbeit vorzubeugen, wurde für Jahreseinkommen von weniger als 21 330 Franken ein vereinfachtes Verfahren eingerichtet: Der Arbeitgeber muss die Sozialabgaben nur einmal pro Jahr zahlen. Somit entfällt auch die Pflicht, eine monatliche Lohnabrechnung zu erstellen. Weiter sieht das vereinfachte Verfahren eine Quellensteuer von 5 Prozent vor, die der Arbeitgeber mit den Sozialabgaben überweist. Zudem gibt es die Möglichkeit, eine Unfallversicherung über die Ausgleichskasse abzuschliessen.

Was den Arbeitsvertrag angeht: Grundsätzlich basiert dieser auf dem Obligationenrecht. Es gibt aber Kantone wie Bern, Zürich und Aargau, die einen sogenannten Normalarbeitsvertrag (NAV) für Hausangestellte kennen, der zusätzliche Bestimmungen vorsieht. So muss ein Arbeitgeber im Kanton Zürich eine Krankentaggeldversicherung für die Hausangestellte abschliessen. Mit einem separaten schriftlichen Arbeitsvertrag kann aber festgehalten werden, dass für die Lohnfortzahlung bei Krankheit die Bestimmungen des Obligationenrechts zur Anwendung kommen. Einen Mustervertrag finden Sie auf der Website des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco).

Publiziert im Psychoscope 1/2020
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