Den Hobbys mehr Zeit widmen

Aurélie Faesch-Despont
Forschung
Verband
Testpersonen, die mehr Zeit als üblich für ihr Hobby aufwendeten, glaubten stärker an ihre Fähigkeit, gute Arbeit leisten zu können. Aber nur, wenn das Hobby sich von der Arbeit unterschied.

Wie das Familienleben die Arbeits-produktivität und -zufriedenheit beeinflussen kann, wurde bereits in verschiedenen Studien untersucht. Erstaunlicherweise wurde bis anhin nur wenig Forschung über den Einfluss der Freizeitaktivitäten betrieben. Eine kürzlich im Journal of Vocational Behavior veröffentlichte Studie ergab, dass Menschen, die ihrem Hobby viel Zeit widmen, möglicherweise ein grösseres Vertrauen in die eigene Arbeitsqualität haben. Doch: Das Hobby darf der beruflichen Tätigkeit nicht zu stark ähneln, denn sonst kann seine Auswirkung negativ sein.

Basierend auf der Theorie der Ressourcenerhaltung haben einige Forscherinnen und Forscher der Uni-versity of Sheffield in England unter-sucht, ob sich in die Freizeitaktivitäten investierte zusätzliche Zeit positiv oder negativ auf die Stabilität der beruflichen Laufbahn auswirkt, das heisst, ob Ressourcen generiert oder erschöpft werden. Dabei wurde der Stellenwert bestimmt, der die Probandinnen und Probanden ihren Hobbys zumassen und inwieweit die Anforderungen von Arbeit und Freizeitaktivität sich entsprachen. 

Sieben Monate lang notierten die Testpersonen jeweils für den laufen-den Monat die Zeit, die sie mit ihrer Freizeitaktivität verbracht hatten, und gaben zusätzlich auf einer Skala an, wie stark ihr Vertrauen in ihre Fähigkeit war, effizient zu arbeiten («Selbstwirksamkeitserwartung»).

Ergebnis: Die Probandinnen und Probanden, die mehr Zeit als üblich mit ihrer Freizeitaktivität verbrachten, glaubten stärker an ihre Fähigkeit, gute Arbeit leisten zu können. Dies galt aber nur dann, wenn die betreffende Freizeitaktivität ernsthaft betrieben wurde und sich von ihrer Arbeit unterschied. Freizeitaktivitäten, die der beruflichen Tätigkeit zu stark gleichen, können hingegen einen schädlichen Effekt auf die Selbstwirksamkeitserwartung haben. 

Dies erklären sich die Forschen-den damit, dass für eine ernsthaft betriebene Freizeitaktivität stark in psychologische Ressourcen investiert werden muss. Wenn die betreffende Aktivität dieselben Anforderungen wie die Arbeit stellt, erschöpft das Hobby die Ressourcen. Unterscheidet sich jedoch die betreffende Aktivität stark von der Arbeit, wird der Erwerb neuer Kenntnisse und Kompetenzen unterstützt, die sich wiederum positiv auf die Selbstwirksamkeitserwartung auswirken.

Studie

Kelly, C. M., Strauss, K., Arnold, J., & Stride, C. (in press). The relationship between leisure activities and psychological resources that support a sustainable career : The role of leisure seriousness and work-leisure similarity. Journal of Vocational Behavior. doi : 10.1016/j.jvb.2019.103340

Kommentare

Neuen Kommentar hinzufügen

Klartext

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Website- und E-Mail-Adressen werden automatisch in Links umgewandelt.
  • Each email address will be obfuscated in a human readable fashion or, if JavaScript is enabled, replaced with a spam resistent clickable link. Email addresses will get the default web form unless specified. If replacement text (a persons name) is required a webform is also required. Separate each part with the "|" pipe symbol. Replace spaces in names with "_".