Erhebung: Gewünscht wird mehr politisches Engagement

Verband
Das Profil und die Erwartungen der Mitglieder besser kennen. Mit diesem Ziel gab die FSP ihren Mitgliedern im Rahmen der im Sommer 2019 durchgeführten Erhebung das Wort. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse.

Nicht weniger als 3065 Personen haben an der im Sommer 2019 durchgeführten Onlineerhebung teilgenommen. Zwei Drittel davon (2064) haben alle Fragen beantwortet: «Dies entspricht einer Beteiligungsquote von 39 Prozent bezüglich der Mitgliederanzahl. Das ist ein Erfolg, zumal die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr genau die FSP-Mitglieder repräsentieren, und zwar sowohl im Hinblick auf die Geschlechterverteilung als auch auf das Durchschnittsalter und die Sprache », sagt Projektleiter Jean-Baptiste Mauvais. Er hat die Ergebnisse mit den Daten im Mitgliedersystem abgeglichen. Diese Feststellung bekräftigt natürlich die Stichhaltigkeit der Umfrageergebnisse: «Die Umfrage lief über acht Wochen, denn wir wollten die Psychologinnen und Psychologen zur Teilnahme ermutigen und die Qualität des Resultats optimieren.»

Das so gesammelte Datenmaterial wird insbesondere dazu beitragen, die neue strategische Ausrichtung der Föderation zu bestimmen. Daher ist die Zuverlässigkeit der Daten sehr wichtig. Die letzte Erhebung dieser Grössenordnung hatte sich auf die Zufriedenheit der Mitglieder bezogen und war 2016 durchgeführt worden. Deswegen war es notwendig, die Daten der FSP zu aktualisieren und zu vervollständigen. Die Erhebung enthielt daher Fragen über die allgemeine Situation der Mitglieder (Tätigkeitsbereiche, Organisationsform, berufliche Position) sowie zu ihren konkreten Arbeitsbedingungen.

Wer die FSP ausmacht
Die Erhebung begann mit demografischen Fragen. Es stellte sich heraus, dass die Mitglieder im Durchschnitt 48 Jahre alt und zu 78 Prozent weiblich sind. Überwiegend sind sie in den Kantonen Zürich, Bern, Waadt und Genf tätig, was zu erwarten war. 73 Prozent der Befragten verfügen über mindestens einen FSP-Fachtitel. 88 Prozent dieser Fachtitel fallen in den Bereich Psychotherapie, 11 Prozent betreffen die Kinder- und Jugendpsychologie und 6 Prozent die Klinische Psychologie. Die anderen Fachtitel sind weniger verbreitet.

Zwei Drittel der Befragten sind angestellt, aber nur wenige sind in einer Führungsposition tätig. 25 Prozent arbeiten selbstständig in einer Praxis. Fast ebenso viele arbeiten psychotherapeutisch in Delegation. Das dritte Viertel ist in einer öffentlichen Institution tätig, sei es in der Verwaltung, in einem Spital oder in einer kantonalen psychiatrischen Klinik. Das verbleibende Viertel umfasst Berufstätige in verschiedenen Organisationen wie beispielsweise Unternehmen der Privatwirtschaft.

« Dank der FSP stehen die Psychologieberufe heute in einem besseren Licht da. Als ich damals beim kinderpsychiatrischen Dienst anfing, stand ich noch tief unter den Ärzten. » Bemerkung eines Mitglieds

Die Mitglieder sind zufriedener

Mit der Erhebung wollten wir auch herausfinden, wie es um die Beziehung zwischen den Mitgliedern und der FSP steht. 66 Prozent der Befragten zeigten sich zufrieden oder sehr zufrieden mit den Leistungen der FSP (siehe Abbildung 1). Das ist ein leichter Anstieg verglichen mit der Erhebung im Jahr 2016 (56 Prozent).

Die Verbandskommunikation wird als professionell eingestuft und die Befragten halten das Management der FSP für kompetent. Aber was bringt Psychologinnen und Psychologen dazu, Mitglied bei der FSP zu werden? Die Hauptgründe für den Beitritt sind: das Qualitätslabel «Psychologin FSP» beziehungsweise «Psychologe FSP», die Fachtitel und Zusatzqualifikationen sowie das Engagement in der Berufspolitik (siehe Abbildung 2). 

Unter den anonym eingereichten Vorschlägen war die Forderung zu lesen: «Noch mehr politisches Engagement! » Diese Meinung spiegelt gut die allgemeine Meinung wider. Es ist ein klarer Trend diesbezüglich ersichtlich, der sich aus den Ergebnissen ablesen lässt. Die Mitglieder erwarten von der FSP, dass sie sich  hauptsächlich auf das politische Engagement konzentriert. Aber es gibt auch noch andere Wünsche: Insbesondere wurden auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und die Stärkung des Berufsstands genannt. Die Erhebung zeigt tatsächlich, dass diese Bereiche in den Augen der Mitglieder sehr wichtig sind, die Leistung der FSP in dieser Hinsicht allerdings noch nicht der von den Mitgliedern zugemessenen Bedeutung entspricht. Die beobachtete Abweichung zwischen der Bedeutung eine Thematik und der eingeschätzten Leistung veranschaulicht, wo die Mitglieder der Schuh drückt (siehe Abbildung 3).

Welche Faktoren beeinflussen konkret die tägliche Arbeit der Mitglieder am stärksten? Von was sind sie direkt betroffen? Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben angegeben, vor allem von den politischen Entscheidungen bezüglich Gesundheitswesen, von der Wahrnehmung der Psychologinnen und Psychologen und durch die sich aus Vorschriften ergebenden Hürden betroffen zu sein (siehe Abbildung 4).

Wie es nun weitergeht

Diese wertvollen Informationen, die wir mithilfe der Erhebung sammeln konnten, werden im Rahmen zukünftiger strategischer Prozesse verwendet. Weiter werden uns die Resultate dazu dienen, Statistiken zu erstellen und unsere Verlautbarungen gegenüber den Medien zu illustrieren – beispielsweise im Rahmen von Interviews. Die Erhebung wurde im Interesse der Mitglieder durchgeführt. Die Sorgen der Mitglieder und ihre Erwartungen an die FSP zu kennen ist wichtig, um die zukünftige strategische Ausrichtung der Föderation festzulegen.

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