Fragen und Antworten zur Einführung des Anordnungsmodells

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Psychotherapie
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Am 19. März hat der Bundesrat die Einführung des Anordnungsmodells für die psychologische Psychotherapie per 1. Juli 2022 beschlossen. Damit erreicht die FSP ein Ziel, das sie seit vielen Jahren angestrebt hatte. Gleichzeitig stellen sich nun für Psychologinnen und Psychologen viele Fragen. Diese Fragen werden auf der FSP-Website in einer neuen Rubrik laufend beantwortet.

Die Neuregelung der psychologischen Psychotherapie durch den Bundesrat bringt die langersehnte Einführung des Anordnungsmodells. Damit wird ab dem 1. Juli 2022 auch die psychologische Psychotherapie von der Grundversicherung bezahlt, sofern sie auf Anordnung eines Arztes oder einer Ärztin erfolgt. Die FSP arbeitete seit vielen Jahren auf dieses Ziel hin und konnte dabei auf die Unterstützung ihrer Mitglieder und von zahlreichen anderen Organisationen zählen (siehe Medienmitteilung «Das Anordnungsmodell kommt»).

Die genauen Bestimmungen der neuen Verordnung sind auf der Website des Bundes verfügbar. Viele Detailfragen sind allerdings noch zu klären. Die FSP beantwortet die wichtigsten dieser Fragen auf der FSP-Website in einer neuen Rubrik. Bereits verfügbar sind Antworten auf Fragen rund um die Themen «Termine und Fristen», «Zulassung», «Anordnung» und «Leistungsübernahme». In den nächsten Tagen, Wochen und Monaten werden die Fragen und Antworten laufend ergänzt und aktualisiert.

Psychologinnen und Psychologen, die weitere Fragen haben rund um die Einführung des Anordnungsmodells, sind herzlich eingeladen, diese an berufspolitik [at] fsp.psychologie.ch zu senden. Es werden alle Fragen beantwortet, allerdings kann es bei einzelnen Fragen, die vertiefter Abklärungen bedürfen, auch etwas länger dauern, bis eine Antwort erfolgt. Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Geduld!

Kommentare

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Matthias Zingg

Matthias Zingg

06/04/2021

Also so ganz gleichberechtigt werden wir immer noch nicht behandelt. Zwar wird per 1.7.22 die Leibeigenschaft qua Delegationsmodell durch das Anordnungsmodell abgeschafft. Aber für den Fall, dass eine Fortsetzung der psychologischen Psychotherapie beantragt wird, braucht eseine "Fallbeurteilung" durch eine Psychiaterin / einen Psychiater, der die Indikation für eine Fortführung stellt und für oder gegen weitere Therapiesitzungen entscheidet. Merke: nach wie vor haben die PsychiaterInnen die Rolle der Gatekeeper. Von der Sache her müsste es doch, wenn schon, eine gemischtes Fachgremium bestehend aus psychiatrischen und psychologischen PsychotherapeutInnen sein, das die Zweckmässigkeit einer Fortsetzung sowohl für länger dauernde psychologische und ärztliche Psychotherapien beurteilt..... aber das bleibt wohl Wunschdenken. Offenbar gehen die Fachleute im BAG entgegen dem Stand der Forschung immer noch davon aus, dass psychologische Psychotherapie letztlich immer noch die Qualifikation durch die Psychiater erfordert. Dass psychologische und ärztliche Psychotherapie gleichzustellen sind, - es gibt nur eine Psychotherapie -, hat sich in den Köpfen der Entscheidungsträger wider besseres Wisse immer noch nicht etabliert.

Bruno Rickenbacher

Bruno Rickenbacher

06/04/2021

Bei den FAQ, wie lange eine Einzelsitzung delegierte Psychotherapie dauern darf, hat sich ein Fehler eingeschlichen: die Leistung kann (Zitat Tarmed) 18 mal pro 1 Sitzung verrechnet werden. Jede Sitzung kann also maximal 90 Minuten betragen und nicht 75, wie angegeben.

Philipp Thüler

Philipp Thüler

07/04/2021
Bruno Rickenbacher

Vielen Dank für den Hinweis. Wir haben es korrigiert.
Freundliche Grüsse, Philipp Thüler, Kommunikation FSP

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