Lohnklage der Züpp: Verwaltungsgericht muss erneut über die Bücher

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Die Klage gegen Lohndiskriminierung, die der Kantonalverband der Zürcher Psychologinnen und Psychologen (Züpp) gegen die Universitätsklinik Zürich führt, geht in eine neue Runde. Das Bundesgericht fordert vom Verwaltungsgericht des Kantons Zürich endlich Argumente – nicht zum ersten Mal.

Der Kläger, ein psychologischer Psychotherapeut, verlangt eine höhere Lohneinstufung, da er beim Kanton Zürich im Vergleich zu «typisch männlichen» Funktionen in einer zu tiefen Lohnklasse eingeteilt sei. Das Bundesgericht hat in seinem Urteil vom 10. September 2021 die Beschwerde wiederholt ans Zürcher Verwaltungsgericht zur Neubeurteilung zurückgewiesen. Das Bundesgericht hält in seinem Urteil vom fest, dass der Vorwurf der Lohndiskriminierung vom Verwaltungsgericht wiederum nicht geprüft und damit der Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt wurde. Es brummte der Universitätsklinik zudem die Gerichtskosten und eine Entschädigung für den Anwalt der Züpp auf.

Das Bundesgericht führt in seinem Urteil aus, dass der inzwischen pensionierte Psychologe eine Lohndiskriminierung bereits unbestrittenermassen glaubhaft gemacht habe und es demnach an der Psychiatrischen Universitätsklinik liege, den Gegenbeweis dafür zu erbringen, dass die Lohndifferenz auf objektiven Gründen beruhe und sachlich gerechtfertigt sei. Dabei geht es darum zu prüfen, ob eine diskriminierende Lohneinstufung im Vergleich zu typisch männlichen Berufen wie Ingenieur, Steuerkommissär oder Revisor vorliegt. Das Bundesgericht hält insbesondere fest, dass die fragliche Stelle des klagenden Psychologen «ein sehr anspruchsvolles Hochschulstudium voraussetzt, was für die Vergleichsberufe nicht oder zumindest nicht im gleichen Masse gefordert ist».

Entscheid für 2022 erwartet

Der Züpp verlangt eine Erhöhung der Lohnklasse 19 auf mindestens Lohnklasse 20. Im Mai 2019 hatte das Verwaltungsgericht eine Eingabe abgelehnt. Gemeinsam mit der FSP wurde entschieden, Beschwerde vor Bundesgericht einzureichen. Die FSP unterstützte den ZüPP, indem der Dachverband die Finanzierung eines arbeitsrechtlichen Gutachtens übernahm. Im Februar 2020 beurteilte das Bundesgericht den Entscheid des Verwaltungsgerichts teilweise als willkürlich und hob ihn auf. Es forderte dieses zu einer erneuten Überprüfung auf. Auch das neue Urteil hielt nun vor Bundesgericht nicht Stand.

Der Züpp schreibt in einer Mitteilung: «Wir sind froh, dass das Bundesgericht auf der Prüfung der Lohndiskriminierung durch das Verwaltungsgericht beharrt, denn es ist unverständlich, wieso der klagende und inzwischen pensionierte Psychologe bereits seit 7 Jahren auf eine rechtskonforme Prüfung der Lohndiskriminierung durch die entsprechenden Vorinstanzen und das Verwaltungsgericht warten muss». Der Verband erwartet eine Entscheidung im Jahr 2022.

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