Meditieren mit Zauberpilzen intensiviert Selbsttranszendenz

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Seit einigen Jahren wird verstärkt erforscht, ob Psychedelika wie Psilocybin, das in sogenannten Zauberpilzen steckt, bei Angststörungen oder Depressionen helfen könnten.

Die überhöhte Selbstzentrierung und wiederkehrende negative Gedanken und Gefühle gegenüber der eigenen Person, die für eine Depression charakteristisch sind, könnten durch den Effekt von Psilocybin abgemildert werden.

In der Psychedelik-Forschung steht das sogenannte Default-Mode-Netzwerk im Gehirn im Fokus, das aktiv ist, wenn wir über uns selbst nachdenken. Forschende der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich konnten dieses Jahr anhand von Magnetresonanztomografie zeigen, dass Selbsttranszendenz-Erfahrungen neuronale Verbindungen in dieser Hirnregion nachhaltig verändern. Solche Erfahrungen, die unter dem Einfluss von Psychedelika gemacht werden, gleichen den Zuständen, die auch in der Achtsamkeitsmeditation auftreten. Sie können zu Stressabbau, Glücksgefühlen sowie zu mehr Empathie und Altruismus führen.

Die Forschenden haben darum in einer weiteren Studie erstmals mögliche Synergieeffekte zwischen Achtsamkeitsmeditation und Psilocybin untersucht. Dazu rekrutierten sie vierzig meditationserfahrene Teilnehmende für ein fünftägiges Achtsamkeits-Retreat. Die Teilnehmenden erhielten am vierten Tag im Double-blind-Verfahren entweder Psilocybin oder ein Placebo.

Anhand von diversen psychometrischen und neurokognitiven Messungenkonnten die Forschenden zeigen, dass Meditation positive Effekte des Psilocybins steigert und zugleich möglichen belastenden Aspekten der psychedelischen Erfahrung entgegenwirkt. Gemäss den Forschenden steigerte das Psilocybin die Meditationstiefe und die Intensität der Selbsttranszendenz-Erfahrung der Teilnehmenden, ohne dass bei ihnen negative Reaktionen wie Angst oder Orientierungslosigkeit auftraten.

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