10.08.2017

IV benachteiligt psychisch Erkrankte

Verschiedenen Medien haben unlängst das Thema Benachteiligung von psychisch erkrankten Personen durch die Invalidenversicherung (IV) respektive die Gerichtspraxis diesbezüglich neu aufgegriffen. Die Wirtschaftsredaktorin Andrea Fischer vom "Bund" berichtete im Juni ausführlich unter dem Titel "Keine IV-Rente für Depressive". Sie berichtet über die Praxis des Bundesgerichts seit 2015.

Die Praxis verschärfte sich in den letzten zwei Jahren trotz Grundsatzentscheid über die somatoformen Schmerzstörungen. Nach Meinung von Thomas Gächter, Professor an der Universität Zürich, entstehe der Eindruck, dass die IV alles vorkehre, um Rentnerinnen und Rentner abzuweisen. Und das Bundesgericht stütze und verschärfe diese Praxis. Zudem würden Antragstellende, die unter Depressionen leiden, strenger behandelt. So sei eine Depression nur invalidisierend, wenn eine "Therapieresistenz" nachgewiesen ist.

Im Juli hat die Nachrichtensendung "10vor10" das Thema aufgenommen. Dabei wurde gegen die Gerichtspraxis und die Praxis der IV votiert. Auch Stefan Ritler, Leiter der IV und Psychologe und ehemaliger Familientherapeut kam zu Wort. Diese Faktenlage scheint erdrückend. Das BSV kann sich zunächst die Zahlen nicht erklären.

Die FSP will sich hier genau ins Bild setzen. Dazu organisiert sie einen round table, der Klärung in folgenden Fragen bringen soll: Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Rente? Was sind die Besonderheiten bei der Berentung von psychisch Erkrankten? Gibt es aus Sicht der Psychologinnen und Psychologen einen optimalen Zeitpunkt für eine Rente vor dem Hintergrund der Integration? Sind die Hürden für eine Rente zu hoch?