07.09.2017

Joints verringern Bildungschancen: Studium weniger wahrscheinlich

Eine Studie des französischen Instituts Inserm hat ergeben, dass Cannabiskonsum bei Jugendlichen deren Aussichten, ein Studium zu absolvieren, verringert.

An der Studie nahmen 1100 Personen teil. Die Teilnehmenden waren zunächst Kinder und wuchsen dann zu Jugendlichen heran, von denen manche zwischen ihrem 12. und 26. Lebensjahr damit begannen, Cannabis zu konsumieren.

Schliesslich wurden sie zu Erwachsenen mit unterschiedlichem Bildungshintergrund. Ihre Eltern wurden im Rahmen einer Teilstudie epidemiologisch beobachtet. Ziel dabei war herauszufinden, inwieweit die Schul- und Hochschulausbildung der Kinder auf ihren soziofamiliären Hintergrund zurückzuführen war und inwieweit auf den Cannabiskonsum.

Es zeigte sich, dass bei denjenigen Jugendlichen, die vor der Vollendung ihres 17. Lebensjahrs damit begonnen hatten, Cannabis zu rauchen, die Wahrscheinlichkeit eines Studiums um 60 Prozent geringer war als bei den anderen Jugendlichen.

Die Studie belegt, dass die Verbindung zwischen Cannabis und Bildungsgrad unabhängig von den an- deren Parametern ist, die bei Schulversagen eine Rolle spielen, insbesondere Armut, Alkoholismus der Eltern oder psychische Störungen. Cannabis wirkt sich auf die Fähigkeit aus, Kompetenzen und ein ausreichendes Abstraktionsvermögen zu erwerben, um ein Studium zu absolvieren.

Dies ergebe sich aus der Wirkung von Cannabis aufs Gehirn: Kognition, Gedächtnis und Motivation werden beeinflusst. Das Tetrahydrocannabinol (THC) störe den Aufbau der Neuronenverbindungen zu einem Zeitpunkt, an dem sich das Gehirn in einer grossen Umstrukturierungsphase befindet und anfällig gegen psychotrope Substanzen ist. Sie lagerten sich in den Neuronen ab und veränderten deren Funktionsweise.

Studie:

Melchior, M., Bolze, C., Fombonne, E., Surkan, P., Pryor, L. & Jauffret-Roustide, M. (2017). Early cannabis initiation and educational attainment: is the association causal? Data from the French TEMPO study, International Journal of Epidemiology, doi: 10.1093/ije/dyx065

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