09.01.2018

Weibliche Solidarität: Zusammenarbeit doppelt so häufig

Kooperieren oder den Alleingang wählen? In einem Experiment der Universität Neuenburg arbeiteten Frauen doppelt so häufig zusammen im Vergleich zu Männern.

Ein Team unter der Leitung der Verhaltensforscherin Jennifer McClung von der Universität Neuenburg hat untersucht, unter welchen Bedingungen Menschen anderen helfen, ohne dafür eine Gegenleistung zu erhalten.

Um die Mechanismen altruistischen Handelns aufzudecken, organisierte die Forscherin eine spielerische Jagd nach Plastikeiern. Diese enthielten entweder rote oder blaue Schrauben, welche die Spielerinnen und Spieler sammeln mussten, um zum Hauptpreis zu gelangen. Ob sie kooperieren wollten oder den Alleingang versuchten, entschied jede und jeder für sich.
 
Um die Testpersonen in Gruppen ein- zuteilen, mussten sie einen Fragebogen über ihre Essgewohnheiten ausfüllen. Auf Basis der Resultate wurden sie in der Folge der Gruppe «Äpfel» oder
«Orangen» zugeteilt. Die Spielerpaare konnten sich aus Mitgliedern der gleichen Gruppe oder aus verschiedenen Gruppen zusammensetzen. Andere Anweisungen gab es nicht.

Resultat? Die Versuchsteilneh- menden aus derselben Gruppe – etwa den «Orangen» – arbeiteten zweimal häufiger zusammen als zwei Personen aus verschiedenen Gruppen. Es gab kein gemischtes Team mit einer Frau und einem Mann. Und die Frauen arbeiteten doppelt so häufig zusammen wie die Männer. Frauen und Personen aus derselben Gruppe gaben auch öfters eine Schraube weiter, die ihnen selbst nichts nützte.

McClung, J. et al. (2017). The language of cooperation: shared intentionality drives variation in helping as a function of group membership. Biological Science. doi: 10.1098/ rspb.2017.1682