29.03.2018

Jugendlohn statt Taschengeld führt zu mehr Selbstverantwortung

Was passiert, wenn Eltern ihren Kindern statt Taschengeld einen Jugendlohn zwischen 100 und 300 Franken auszahlen, mit dem sie selbstständig bestimmte Lebenskosten übernehmen?

Eine Studie der Hochschule Luzern und der Fachhochschule Nordwestschweiz ist zum Schluss gekommen, dass der Jugendlohn zu sorgfältigem Umgang mit Geld führt. Die Jugendlichen erwerben zudem mehr Autonomie und Selbstverantwortung in Geldfragen.

Das Konzept des Jugendlohns wurde vom Schweizer Psychologen und Familientherapeuten Urs Abt entwickelt. Die Jugendlichen erhalten früh - empfohlen wird die Einführung ab 12 Jahren - mehr Kompetenzen und Verantwortung für verschiedene Belange. Dazu gehört der fixe monatliche Jugendlohn, mit dem sie beispielsweise Kleider, den Coiffeurbesuch oder ihr Velo finanzieren können.

Die Studie ergab, dass nicht nur die Jugendlichen selber, sondern auch die gesamte Familie von der Einführung eines Jugendlohns profitiert. Er entlastet die Eltern, da es weniger Konflikte um Geld gibt. Zudem leitet der Jugendlohn den Ablösungsprozess von den Eltern früh, aber sanft und bewusst ein. "Der Jugendlohn ist eigentlich eine systemische Intervention in der Familie", sagt die FSP-Psychologin Andrea Fuchs, Präsidentin des Vereins Jugendlohn, der die Studie in Auftrag gab.

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