29.05.2018 / aktualisiert am: 31.05.2018

Mal bei Mama, mal bei Papa: So bleiben Scheidungskids gesund

Getrennt lebende Eltern: Kindern, die wechselweise bei Mutter und Vater wohnen, geht es deutlich besser. © Shutterstock.com - Viliam

Wenn sich Vater und Mutter trennen oder scheiden lassen, ist dies für die betroffenen Kinder oft ein Belastungstest. Um die negativen psychischen Folgen für die Familie gering zu halten, empfiehlt es sich, das passende Betreuungsmodell zu wählen. Für die Kinder das Beste scheint, wenn sie wechselweise bei der Mutter und beim Vater wohnen.

Ein Forschungsteam um die Klinische Psychologin Malin Bergström vom Karolinska Institut in Stockholm zeigte, dass es Scheidungskindern im Alter von drei bis fünf Jahren, die wechselweise bei Vater und Mutter wohnen, deutlich besser geht als jenen, die hauptsächlich oder ausschliesslich bei einem Elternteil leben. Mehr noch: Ersteren Kindern ging es genauso gut oder fast so gut wie Kindern, deren Eltern nicht geschieden sind.

Die Forschenden befragten die Eltern von 3656 Kindern sowie deren Kindergärtnerinnen und Kindergärtner zu psychischen Problemen wie Ängste oder Aggressionen. Die Kinder stammten einerseits aus intakten Familien und andererseits aus Familien, in denen Vater und Mutter getrennt lebten. Gemäss Malin Bergström müssen nun Längsschnittstudien zeigen, ob die Ergebnisse auf Faktoren vor der elterlichen Trennung zurückzuführen sind oder nicht.

Die schwedische Psychologin hatte zuvor umfangreich zu Scheidungskindern von zehn bis achtzehn Jahren geforscht. Sie gelangte zu denselben Ergebnissen: Auch älteren Kindern, die wechselweise bei der Mutter und beim Vater leben, gehe es viel besser als jenen, die hauptsächlich bei einem Elternteil aufwachsen. Wichtig für das Wohlbefinden der Scheidungskinder sei nicht, dass sie stets am selben Ort wohnen. Vielmehr spiele dafür die tiefe und kontinuierliche Beziehung zu beiden Elternteilen im Alltag eine bedeutende Rolle.

Bergström, M., Fransson, E., Fabian, H., Hijem, A., Sarkadi, A., & Salari, R. (2018). Preschool children living in joint physical custody arrangements show less psychological symptoms than those living mostly or only with one parent. Acta Paediatrica, 107(2), 294-300. doi: 10.1111/apa.14004