10.09.2018

Misserfolge aufschreiben und das Stressniveau vermindern

Wer seine Erfahrungen des Scheiterns aufschreibt, schützt sich bei späteren Herausforderungen vor Stress und ist zudem leistungsfähiger. © Shutterstock.com – Leonel Calara

Wer Misserfolge der Vergangenheit zu Papier bringt, fühlt sich in neuen Situationen weniger gestresst und erbringt sogar bessere Leistungen. Zu diesem Schluss kommt ein Forschungsteam der Rutgers Universität (USA).

In einem Experiment sollten die Mitglieder einer ersten Gruppe zehn Minuten lang über einen beliebigen Misserfolg nachdenken und ihre Gedanken dazu aufschreiben. Die Personen der Kontrollgruppe hingegen wurden aufgefordert, den letzten Film, den sie gesehen hatten, zusammenzufassen. Danach wurden die Testpersonen in eine Stresssituation versetzt, erst durch ein simuliertes Vorstellungsgespräch, dann durch eine komplexe mathematische Aufgabe. Fazit: Bei den Testpersonen, die zuvor über ein persönliches Scheitern geschrieben hatten, wurde weniger Cortisol im Speichel gemessen – ein physiologischer Indikator für Stress – als bei der Kontrollgruppe.

Dies deutet darauf hin, dass sich nach vorheriger schriftlicher Auseinandersetzung mit den Gründen eines früheren Misserfolgs die Stressreaktion der eines Menschen annähert, der keinem Stress ausgesetzt ist. Die Studie zeigt zudem, dass Menschen, die über ihr Scheitern geschrieben haben, neue Aufgaben aufmerksamer angehen und daher insgesamt bessere Leistungen erbringen.

DiMenichi, B. C., Lempert, K. M., Bejjani, C., & Tricomi, E. (2018). Writing about past failures attenuates cortisol responses and sustained attention deficits following psychosocial stress. Frontiers in Behavioral
Neuroscience, 12, 45. doi: 10.3389/fnbeh. 2018.00045

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