12.01.2019

Wir ernten, was wir säen

© Unsplash.com - Joshua Lanzarini

Von Aurélie Deschenaux, publiziert im Psychoscope 1/2019

Manche Menschen beklagen sich ständig und sind der Überzeugung, dass es das Schicksal nicht gut mit ihnen meint. Sie sollten Mind Power: Change your thinking, change your life von James Borg lesen. Das Credo des Arbeitspsychologen: "Egal, welchen Weg Sie einschlagen, die Qualität Ihres Denkens bestimmt Tag für Tag die Qualität Ihres Lebens: Ihr Denken kann den Erfolg beflügeln oder aber lähmen." Der Autor nimmt hier Bezug auf den Kreislauf aus Gedanken, Emotionen und Handlungen. Alles, was von uns ausgeht, fällt letztlich auf uns zurück.

Der Mensch hat durchschnittlich 60 000 Gedanken pro Tag - glücklicherweise hängen wir nicht jedem einzelnen nach. Diese Gedanken lösen - positive oder negative - Emotionen aus. Wir handeln dann im Einklang mit ihnen. Wenn wir uns schlecht fühlen, ist die Wahrscheinlichkeit für aggressives Verhalten gross. Dies zieht wiederum häufig negative Folgen nach sich - der "Bumerang-Effekt" oder das "Karma-Prinzip". Letztlich aber geht es dabei immer um ein- und dasselbe: Unsere Emotionen beeinflussen die Art und Weise, wie unser Tag verläuft, sowie die Beziehung zu unseren Mitmenschen. Und der Kreis schliesst sich. Das Ergebnis unseres Handelns spiegelt den anfänglichen Gedanken wider.

Unser Leben setzt sich aus Fakten wie folgende zusammen: zweiunddreissig Jahre alt, kurzsichtig, Stadtbewohner oder auch ein bewölkter Himmel. Der Grossteil solcher Umstände lässt sich nicht ändern. Was wir aber ändern können, sind die mit diesen Umständen verknüpften Gedanken. Brooke Castillo, Lebenscoach, hat eine Methode entwickelt, die eine solche Änderung möglich macht. Ihre Kernaussage: Die Fakten, die unser Leben ausmachen, sind neutral bis zum Augenblick, in dem sie mit Gedanken belegt werden. Bei einem Todesfall kann der Gedanke zum Beispiel lauten: "Es ist so traurig" Wir ernten, was wir säen oder aber "Ich bin froh, dass er nicht mehr leiden muss". Der Dreh- und Angelpunkt der Methode von Brooke Castillo besteht darin, alle Fakten seines Lebens bewusst mit einem vor sich selbst glaubwürdigen, positiven Gedanken zu belegen. Diese Verknüpfung wird ihrerseits positive Emotionen und Handlungen auslösen.

Die Aussenwelt ist das Spiegelbild unserer Innenwelt. Jeder muss selbst Verantwortung übernehmen. Die Schwierigkeit besteht zweifellos darin, dass sich der Mensch oft kaum der Gedanken bewusst ist, die er in sich aussät. Er muss deshalb erst die "Ernte " abwarten, um diese Gedanken zu erfassen. Fazit: Wenn wir die Qualität von dem, was wir ernten, ändern möchten, sollten wir als Erstes unsere innere Einstellung ändern.

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