Persönliche Beratung führt zu mehr Lust an Sport

Aurélie Faesch-Despont
Forschung
Verband
Wir wissen, dass Bewegung wichtig für Gesundheit und Wohlbefinden ist. Dennoch gibt es Personen, die nie oder nur unregelmässig Sport treiben. Woran liegt das?

Vielleicht daran, dass sie noch nicht die passende sportliche Aktivität gefunden haben. Deswegen hat das Institut für Sportwissenschaft der Universität Bern ein Konzept für Sportberatung entwickelt. Und eine kürzlich durchgeführte Studie zeigt, dass diese Art von Intervention tatsächlich die sportliche Aktivität steigern kann.

Das Beratungskonzept des Instituts für Sportwissenschaft (ISPW) der Universität Bern besteht darin, eine sportliche Betätigung für Interessierte zu finden, die ihren persönlichen Präferenzen entspricht und in den Alltag einzubauen ist. Hierfür lernen die Teilnehmenden, ihre mit Sport verbundenen Motivationen und Ziele einzuschätzen.

Um die Wirksamkeit des neuen Konzepts zu evaluieren, entwickelte das Forschungsteam eine Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift Journal of Sport and Exercise Psychology veröffentlicht wurde. Die 129 Testpersonen im Alter von 20 bis 67 Jahren wurden nach dem Zufallsprinzip in eine Gruppe mit Beratung und in eine Kontrollgruppe ohne Beratung eingeteilt. Es zeigte sich, dass die Mitglieder der Gruppe mit Intervention deutlich besser in der Lage waren, eine geeignete sportliche Aktivität zu wählen und die entsprechenden Aktivitäten zu betreiben.

In der Praxis kam es in der Gruppe mit Intervention sogar zu einer Vervierfachung des wöchentlichen Sportpensums von 30 Minuten auf 120 Minuten. Das Sportpensum der Kontrollgruppe hingegen blieb im Studienzeitraum konstant. Die Beratung kann zukünftig in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden, beispielsweise in Institutionen des Gesundheitswesens.

Schorno, N., Gut, V., Conzelmann, A., & Schmid, J. (2022). Effectiveness of individual exercise and sport counseling based on motives and goals: A randomized controlled trial. Journal of Sport and Exercise Psychology, 44(2), 103–115. doi: 10.1123/jsep.2021-0018

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