Psychische Krankheit: Tabus brechen im Klassenzimmer

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Der Verein Zeta Movement organisiert erfolgreich Schulbesuche für Kinder und Jugendliche zum Thema psychische Erkrankungen und deren Stigmatisierung. Um die steigende Nachfrage zu bewältigen, werden Fachpersonen gesucht.

«Zeta Movement» ist ein Projekt für Jugendliche und junge Erwachsene, das den Kreislauf der Stigmatisierung und des Schweigens bei psychischen Erkrankungen durchbrechen will. Seit Anfang 2021 finden Schulbesuche in der ganzen Schweiz statt, bei denen Fragen zur psychischen Gesundheit thematisiert werden. Inzwischen haben 35 Klassenbesuche stattgefunden.

Im Zentrum dieser Aufklärungsarbeit stehen Jugendliche, die anhand ihrer eigenen Lebensgeschichte erzählen, wie sie dieser Zirkel des Schweigens und der Stigmatisierung gebrochen werden kann. «Diese Botschafter befinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium der Genesung und erklären sich bereit, auf ehrliche Art und Weise ihre persönlichen Erfahrungen und Themen der psychischen Gesundheit an Schulen und anderen jugendbezogenen Organisationen zu teilen», sagt Damian Stähli, Co-Präsident des Zeta Movements. Die Ambassadors werden jeweils von einer Professorin der Universität Bern im Bereich klinische Psychologie im Kindes- und Jugendalter geschult. Vier Experten unterstützen sie zudem bei Fachfragen.

Experten unterstützen Schüler und Ambassadoren

Auch während des Besuchs in der Klasse steht den Ambassadors eine geschulte Person zur Seite, die Fragen der Schülerinnen und Schüler beantwortet. «Da wir alle keine Fachpersonen sondern Experten aus Erfahrung sind, organisieren wir immer eine Begleitperson.» In erster Linie sind die Begleiterinnen und Begleiter während des Besuchs zuständig, fachliche Fragen der Jugendlichen zu beantworten. «Es geht jedoch auch darum, dass jemand vor Ort ist, wenn es einer Schülerin oder einem Schüler während des Workshops nicht gut gehen sollte. Schliesslich ist es immer möglich, dass Trigger ausgelöst werden.» Idealerweise übernimmt eine interne Schulsozialarbeit oder der schulpsychologische Dienst diese Aufgabe. «Ist dies nicht möglich, sind wir auf die Mithilfe externer Personen angewiesen.»
 

Die Nachfrage nach Schulbesuchen ist stark ansteigend. Die Erfahrung zeigt laut Damian Stähli, dass es Situationen gibt, in denen der schulpsychologische Dienst oder die Sozialarbeit keine Ressourcen hat, den Schulbesuch zu begleiten. Für diese Fälle sucht der Verein nun nach Fachpersonen, die sich – wie der ganze Verein – ehrenamtlich zur Verfügung stellen. «Wir möchten einen Pool aus Fachleuten aufbauen, die wir bei Bedarf kontaktieren können. Psychologinnen und Psychologen sind natürlich sehr willkommen», ergänzt er. Wer sich ein solches Engagement vorstellen kann, kann sich gerne via Mail unter info [at] zetamovement.com melden.

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