Wer sind Psychotherapeutinnen und -therapeuten?

Ist man nicht vom Fach, ist es oft nicht einfach, zwischen Psychologinnen/Psychologen, Psychiaterinnen/Psychiatern und Psychotherapeutinnen/-therapeuten zu unterscheiden. Hier einige Angaben zur besseren Orientierung.

Wenn von psychologischer oder ärztlicher Psychotherapie die Rede ist, bezieht sich dies lediglich auf die Grundausbildung des Psychotherapeuten/der Psychotherapeutin und nicht auf unterschiedliche Psychotherapieformen. Es gibt nur eine Psychotherapie.  

Es gibt zwei Wege zum Beruf des Psychotherapeuten/der Psychotherapeutin. Der eine Weg führt über ein Psychologiestudium, der andere über ein Medizinstudium; auf beide Grundausbildungen folgt eine Weiterbildung zum Psychotherapeuten/zur Psychotherapeutin. Für die Behandlung von psychischen Störungen mit Krankheitswert benötigen sowohl Psychologen/Psychologinnen als auch Ärzte/Ärztinnen eine Weiterbildung in Psychotherapie. Die Methoden der Psychotherapie werden von allen Psychotherapeuten/-therapeutinnen gleichermassen angewendet. Die Anwendung der Psychotherapie ist also unabhängig von der psychologischen oder medizinischen Grundausbildung. Es gibt nur eine Psychotherapie. Die folgende Übersicht beschreibt die beiden Bildungswege.

Vier verschiedene Arbeitsformen

Die psychologischen Psychotherapeut(inn)en sind heute hauptsächlich in vier Arbeitsformen tätig. Je nach Arbeitsform werden die Leistungen unterschiedlich vergütet. Bei psychologischen Psychotherapeut(inn)en  kommen häufig kombinierte Arbeitsformen von selbständiger und angestellter Tätigkeit vor.  

Selbständige psychologische Psychotherapeut(inn)en sind in eigener Praxis tätig. Eine Abrechnung über die Grundversicherung ist aktuell nicht möglich. Die Finanzierung erfolgt hauptsächlich über Selbstzahlung und Zusatzversicherungen sowie zu einem kleinen Teil über Unfallund Militärversicherung, Invalidenversicherung (nur Kinder und Jugendliche), Stiftungen und die öffentliche Hand (z. B. Justiz, Sozialhilfe).  

Delegiert arbeitende psychologische Psychotherapeut(inn)en sind Angestellte in einer Arztpraxis. Ihre psychotherapeutischen Leistungen finden unter Aufsicht und in Verantwortung des delegierenden Arztes/der delegierenden Ärztin statt und werden via Arzt/Ärztin anhand des Einzelleistungstarifs TARMED über die Grundversicherung abgerechnet. Der/die angestellte Psychotherapeut(in) erhält einen Lohn, den er/sie mit dem Arzt/der Ärztin ausgehandelt hat.  

Psychologisch-psychotherapeutische Leistungen in stationären Institutionen/Kliniken werden über die mit den Krankenkassen vereinbarten Tages- oder Fallpauschalen finanziert. Die in der stationären Institution/Klinik angestellten Psychotherapeut(inn)en erhalten einen vereinbarten Lohn.  

Psychologische Psychotherapie in einer ambulanten Institution kann ebenfalls via TARMED abgerechnet werden, wenn es sich um eine medizinisch geleitete Institution handelt. Für die Finanzierung von psychologischpsychotherapeutischen Leistungen, die in einer nichtmedizinisch geleiteten ambulanten Institution erbracht werden, gelten die gleichen Bedingungen wie bei der Arbeitsform selbständige Praxis.