Psychologinnen und Psychologen sollen genetische Untersuchungen veranlassen dürfen

Berufspolitik
Stellungnahmen
Mit dem neuen Bundesgesetz über genetische Untersuchungen beim Menschen (GUMG), welches im Juni 2018 vom Parlament verabschiedet wurde, werden nicht mehr nur die genetischen Untersuchungen im medizinischen Bereich geregelt. Neu fallen auch genetische Untersuchungen zur Abklärung besonders schützenswerter Eigenschaften der Persönlichkeit ausserhalb des medizinischen Bereichs unter den Geltungsbereich des GUMG. Daraus ergeben sich umfassende Anpassungen des Ausführungsrechts unter anderem der Verordnung über genetische Untersuchungen beim Menschen (GUMV). Die FSP hat sich im Vernehmlassungsverfahren zum Vorentwurf der GUMV geäussert.

Die FSP begrüsst es, dass im Sinne der Patientensicherheit und der Qualität der Durchführung und Interpretation der Ergebnisse die Veranlassung genetischer Untersuchungen ausserhalb des medizinischen Bereichs auf bestimmte Gesundheitsfachpersonen beschränkt werden soll und für medizinische Laboratorien eine Akkreditierungspflicht eigeführt wird.

Die FSP ist jedoch mit der vorgeschlagenen Zuteilung der Psychologinnen und Psychologen nur zur Veranlassung von genetischen Untersuchungen ausserhalb des medizinischen Bereichs und darin ausschliesslich zur Kategorie von Untersuchungen, welche persönliche Eigenschaften wie Charakter, Verhalten, Intelligenz, Vorlieben oder Begabungen analysieren, nicht einverstanden. Diese Zuteilung lässt die Tatsache ausser Acht, dass Psychologinnen und Psychologen in unterschiedlichsten Fachgebieten tätig sind, welche sich nicht ausschliesslich der durch das neue GUMG eingeführten Regelungskategorie (genetische Untersuchungen ausserhalb des medizinischen Bereichs) zuordnen lassen, noch beschränken sie sich innerhalb dieser Regelungskategorie auf Untersuchungen zu persönlichen Eigenschaften. Die FSP fordert im Sinne einer zukunftsorientierten Gesetzgebung entsprechende Anpassungen der Vorlage.

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