Tipps für Psychologinnen und Psychologen

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Psychologinnen und Psychologen sind in der Pandemie speziell gefordert. Die Selbstfürsorge ist in dieser Zeit besonders wichtig. Die FSP hat einige Tipps zusammengestellt, die dabei helfen, mit der Situation umzugehen.

Für Psychologinnen und Psychologen bringt die Pandemie grosse Herausforderungen. Die Nachfrage nach psychologischer Unterstützung ist stark gestiegen. Die Symptome von Patienten haben sich wegen der Pandemie verstärkt, viele bis anhin gesunde Menschen haben Symptome entwickelt, stehen vor neuen Herausforderungen, suchen Hilfe. Mehr noch als zuvor schon müssen Psychologinnen und Psychologen Patientinnen abweisen, weil sie keine freien Kapazitäten mehr haben.

Dazu kommt, dass Psychologinnen und Psychologen zum Teil ebenso wie ihre Patientinnen und Klienten unter Ängsten, Verunsicherung und sozialer Isolation leiden. Sie sind in ihren Freiheiten eingeschränkt und müssen Verluste und Nachteile wie etwa finanzielle Einbussen verkraften. Sie sorgen sich um ältere oder erkrankte Familienmitglieder, Freundinnen und Freunde. Zudem müssen sie ihre Arbeit teilweise im Homeoffice erledigen, was ungewohnt und nicht mit der Arbeit in den Praxisräumen zu vergleichen ist. Hinzu kommen täglich Nachrichten zu den vielen negativen Auswirkungen der Pandemie.

Wichtig ist deshalb, dass Psychologinnen und Psychologen sich besonders in dieser Zeit Gedanken um Ihre Selbstfürsorge machen.

Tipps zur Selbstfürsorge

  • Schaffen Sie klare Strukturen und etablieren Sie Routinen in Ihrem Berufs- und Privatleben. Sie vermitteln Ihnen Halt und ein Stück Normalität.
  • Bewegen Sie sich. Selbst kleine Bewegungseinheiten helfen, Stress abzubauen und gesund zu bleiben.
  • Bleiben Sie in Verbindung. Halten Sie Kontakt zu Kolleginnen, Freunden und Familienmitgliedern so gut es geht, um die soziale Isolation zu vermeiden.
  • Legen Sie kleine Pausen ein. Mit einem guten Buch, einem Film oder ein paar Atem- und Achtsamkeitsübungen können Sie schnell wieder Kraft tanken.
  • Begrenzen Sie das Lesen von Nachrichten auf wenige Minuten am Tag. Verzichten Sie bewusst darauf, ständig die neuesten Meldungen zu verfolgen, um sich nicht unnötig zu belasten.
  • Entspannen Sie sich. Führen Sie Meditation, Atem- und Entspannungsübungen durch oder geniessen Sie die Natur, die Kunst und die Musik, um ruhiger zu werden.
  • Seien Sie flexibel. In einer Ausnahmesituation wie der Coronavirus-Pandemie ist es wichtig, sich schnell anzupassen und manchmal ungewöhnliche Wege einzuschlagen. Möglicherweise bleibt die Nachfrage nach Fernbehandlungen per Video und Telefon während längerer Zeit hoch. Versuchen Sie, dies als Chance zu sehen und sich darauf einzustellen.

Allgemeine Tipps zum Stressmanagement:

  • Setzen Sie sich realistische Ziele, die Sie erreichen können. Teilen Sie die Ziele in kleine, überschaubare Schritte ein.
  • Richten Sie die Aufmerksamkeit auf die Aspekte, die Sie verändern können.
  • Eine klare Trennung von Arbeit und Freizeit erleichtert das Abschalten.
  • Sozialkontakte sind wichtig. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für Familie, Freundinnen und Freunde.
  • Seien Sie achtsam und legen Sie regelmässig Pausen ein, wenn Sie unkonzentriert werden.
  • Machen Sie nicht alles allein. Delegieren Sie Aufgaben oder bitten Sie um Hilfe.
  • Abschalten ermöglicht es Ihnen, neue Energie zu tanken. Seien Sie manchmal bewusst nicht erreichbar.
  • Nehmen Sie die Signale Ihres Körpers wahr, um frühzeitig Anzeichen von Überlastung zu bemerken.
  • Achten Sie auf regelmässige Bewegung und machen Sie Sport.
  • Grenzen sind wichtig. Zeigen Sie Grenzen deutlich auf und achten Sie darauf, dass diese eingehalten werden.
  • Essen Sie regelmässig und gesund. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit dafür.
  • Machen Sie bewusst Urlaub. Auch eine Auszeit von ein paar Stunden kann erholsam sein.
  • Erklären Sie anderen, was Sie brauchen. Dies erleichtert den Umgang miteinander.
  • Notbremse ziehen. Sehen Sie langfristig keine Veränderung einer belastenden Arbeitssituation, denken Sie über einen Arbeitsplatzwechsel nach.
  • Tätigkeiten regelmässig wechseln. Um Abwechslung zu schaffen, verändern Sie in regelmässigen Abständen die Schwerpunkte Ihrer Tätigkeiten.

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