Umweltkampagnen verfeinern: psychologisches Know-how nutzen

Joël Frei
Forschung
Verband
Zwischen Wollen und Tun liegt oft ein grosser Schritt. Wie können Menschen motiviert werden, sich umweltfreundlich zu verhalten?

Diese Frage stellten sich Forschende der Hochschule Luzern. Basierend auf sozialpsychologischen Erkenntnissen haben sie zusammen mit der Stadt Luzern sechs Leitfäden für Umweltfachleute erarbeitet. Sie sollen ihnen helfen, Umweltkampagnen besser auf die Zielgruppen abzustimmen.
 
Herkömmliche Kampagnen, die Menschen ein nachhaltiges Verhalten nahebringen wollen, nähmen zu wenig Rücksicht darauf, dass Menschen auf unterschiedliche Signale ansprechen, je nachdem, wie viel sie zu einem Thema wissen. Wissenschaftliche Grundlage der von den Forschenden ausgearbeiteten Leitfäden ist das sogenannte Vier-Phasen-Modell, das unter anderem auf Erkenntnissen des deutschen Sozial- und Motivationspsychologen Peter Gollwitzer aufbaut. Das Modell geht davon aus, dass Menschen vier Phasen durchlaufen, bis ihnen ein neues Verhalten zur Gewohnheit geworden ist: Vorüberlegung, Absicht, Handlung und Gewohnheit.

Auf dem Weg zu einer Verhaltensänderung durchlaufen wir alle vier Phasen, aber nicht alle Menschen bräuchten dafür gleich lang. Zudem würden manche in eine frühere Phase zurückfallen, andere hingegen nicht. Um einen Rückfall zu verhindern, sollten diejenigen, die sich schon umweltfreundlich verhalten, ermuntert werden.

Gemäss den Forschenden werden Menschen in den Phasen eins und vier zu wenig berücksichtigt, während diejenigen in Phasen zwei und drei oft überbedient würden. Den Forschenden ist es wichtig anzumerken, dass Umweltkampagnen die Menschen nicht bevormunden, sondern aufklären. Sie selbst müssten ihr Verhalten ändern, dazu könne sie keiner zwingen.

Ohnmacht, T., Schaffner, D., Weibel, C., & Schad, H. (2017). Rethinking social psychology and intervention design: A model of energy savings and human behavior. Energy Research & Social Science. doi: 10.1016/j.erss.2017.01.017

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