Ungleich auch bei Lebenserwartung

Aurélie Faesch-Despont
Forschung
Verband
Die Lebenserwartung steigt stets an. Von 1990 bis 2015 kletterte sie bei den Schweizern von 78 auf 82 Jahre, bei den Schweizerinnen von 83 auf 86 Jahre.

Aber werden diese zusätzlichen Jahre bei guter Gesundheit gelebt, oder verlängern sie nur altersbedingte Leiden? Diese Frage stellten sich Forschende der Universität Genf im Rahmen eines Nationalen Forschungsschwerpunkts.

Demografen und Soziologen der Universität Genf berechneten die Zunahme der Lebenserwartung in der Schweiz. Hierbei wurden die Daten der Swiss National Cohort verwendet, in der Personen aufgeführt sind, die von 1990 bis 2015 hierzulande gelebt haben. Bei Einbezug der Migration sind dies über 11 650 000 Personen. Diese Daten wurden dann gemeinsam mit den Daten aus den alle fünf Jahre durchgeführten Schweizer Gesundheitsumfragen analysiert, um die Anzahl der Jahre bei guter Gesundheit zu ermitteln, die die Schweizer Bevölkerung in diesen 25 Jahren dazugewonnen hat. 

Die Jahre, die bei guter Gesundheit gelebt werden, nehmen parallel zur Lebenserwartung zu. Von 1990 bis 2015 haben die Männer fünf Lebensjahre gewonnen, von denen 4,5 bei guter Gesundheit gelebt werden. Die Frauen haben drei Jahre bei guter Gesundheit gewonnen, was der Erhöhung ihrer Lebenserwartung entspricht.

Die Forschenden teilten die Schweizer Bevölkerung anschliessend in sozioökonomische Kategorien ein. Sie konnten nachweisen, dass Personen, die lediglich über eine obligatorische Schulbildung verfügen, nicht oder kaum an Lebenserwartung bei guter Gesundheit dazugewonnen haben.

Remund, A., Cullati, S., Sieber, S., Burton-Jeangros, C., & Oris, M. (2019). Longer and healthier lives for all? Successes and failures of a universal consumer-driven healthcare system, Switzerland, 1990–2014. International Journal of Public Health, 64(8), 1173–1181.

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