Verordnungsänderung

Die Aufnahme der psychologischen Psychotherapie in die Grundversicherung ist seit langem ein Thema. Das seit 2013 geltende Psychologieberufegesetz (PsyG) schuf die Voraussetzung, dass der politische Prozess zur Aufnahme in die Grundversicherung respektive zu einer Verordnungsänderung anlaufen konnte. Die FSP setzt sich sehr dafür ein. Sie hat beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) ihre Forderungen zum diskutierten Anordnungsmodell angebracht.   

Das per 1. April 2013 in Kraft getretene Psychologieberufegesetz (PsyG) bildet die Grundlage, die psychologische Psychotherapie in die Grundversicherung aufzunehmen. Es harmonisiert die Aus- und Weiterbildung schweizweit und legt sie auf einem hohen Niveau fest.   

Politischer Prozess im Gange 

Dank dem PsyG und der positiven Antwort des Bundesrates auf die Anfrage von Frau Nationalrätin Prelicz-Huber von Ende 2011 ist der Prozess zu einer Verordnungsänderung beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) Anfang 2013 angelaufen. Zur Debatte steht ein Modell der selbständigen Abrechnung über die Grundversicherung, wenn eine ärztliche Anordnung vorliegt (Anordnungsmodell). Dies bedarf einer Anpassung der Verordnung über die Krankenversicherung (KVV) und der Krankenpflegeleistungsverordnung (KLV), welche in der Kompetenz des Bundesrates liegt. 

Die psychologische Psychotherapie war bereits bei den Beratungen des Parlaments zum Krankenversicherungsgesetz (KVG) Anfang 1990er-Jahre ein Thema. Es wurde damals in Aussicht gestellt, dass sie über die Grundversicherung abgerechnet werden kann, sobald die Aus- und Weiterbildung von psychologischen Psychotherapeutinnen/-therapeuten geregelt sind.   

Delegierte Therapie als Übergangslösung 

Das Bundesverwaltungsgericht bezeichnete die delegierte Psychotherapie als „Übergangsregelung bis zum Vorliegen von gesetzlichen Vorschriften über die Aus- und Weiterbildung der nicht-ärztlichen PsychotherapeutInnen“. Die gesetzlichen Vorschriften sind mit dem PsyG nun vorhanden, was dazu führt, dass die delegierte Psychotherapie unter ärztlicher Aufsicht nicht mehr notwendig, rechtlich in Frage gestellt ist und somit aufgehoben werden soll.