Jugendschutz im Netflix-Zeitalter

5 Okt 2023
FSP
Medienmitteilung, Kinder- und Jugendpsychologie
5 Okt 2023
FSP
Medienmitteilung, Kinder- und Jugendpsychologie

Die FSP nimmt Stellung zum Vorentwurf der Verordnung über den Jugendschutz in den Bereichen Film und Videospiele (JSFVV). Der Vorschlag wird begrüsst, aber die FSP stellt auch punktuellen Regulierungsbedarf fest.

Das Bundesgesetz über den Jugendschutz in den Bereichen Film und Videospiele (JSFVG) wurde vom Parlament am 30.09.2022 verabschiedet. Mit dem neuen Gesetz sollen Minderjährige vor Medieninhalten in Filmen und Videospielen geschützt werden, die ihre Entwicklung gefährden können. Die dazugehörende Verordnung befindet sich aktuell in der Vernehmlassung.

In der Verordnung wird präzisiert, wie die Alterskontrolle und das System der elterlichen Kontrolle zu erfolgen hat, wie die Branchenorganisation zusammengestellt sein muss, welche Expert:innen herbeigezogen werden können, welche Massnahmen und Finanzhilfen zur Prävention und zur Förderung der Medienkompetenz vorgesehen sind, und wie die Einhaltung des Gesetzes überprüft sowie vollzogen wird.

Position der FSP
Die FSP begrüsst in ihrer Stellungnahme die vorgeschlagenen Präzisierungen. Insbesondere wird die Anerkennung von Personen aus dem Bereich der Psychologie als Expert:innen bei der Erarbeitung von Jugendschutzregelungen befürwortet. Bei der Handhabung von Plattformendiensten stellt die FSP hingegen fehlende Präzisierungen fest. So wird beispielsweise die vorliegende Definition von ungeeignetem Material für Minderjährige kritisch betrachtet. Als schädliche Inhalte gelten insbesondere Gewalt- und Sexualdarstellungen. Die FSP wünscht sich eine breiter ausformulierte Definition ohne grosszügigen Interpretationsspielraum, was andere Inhalte wie beispielsweise die Darstellung von Drogenkonsum anbelangt. 

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