Steigende Gesundheitskosten – Fakten zum Einfluss der Psychotherapie

15 Aug 2023
FSP
Medienmitteilung, Psychotherapie
15 Aug 2023
FSP
Medienmitteilung, Psychotherapie

Die Direktorin des Krankenkassenverbands santésuisse bezeichnet die Psychotherapie in einem 20-Minuten-Interview als eine der Hauptursachen für den rapiden Anstieg der Gesundheitskosten. Aus Sicht der FSP entspricht diese Darstellung nicht der Realität und steht im Widerspruch zu aktuellen Zahlen der SASIS AG.

In einem Interview mit 20 Minuten vom 15.08.2023 bezeichnet die Direktorin des Krankenkassenverbands santésuisse das Anordnungsmodell, respektive die angeordnete Psychotherapie als eine der Hauptursachen für den rapiden Anstieg der Gesundheitskosten. Sie stellt dabei einen Kostenanstieg der angeordneten Psychotherapie von 38 % im ersten Halbjahr 2023 in den Raum.

Die Kosten für Psychotherapie (psychologische und psychiatrische) steigen seit mehreren Jahren kontinuierlich an. Dies ist auf die Zunahme psychischer Probleme zurückzuführen, die in der Schweiz eine Realität ist. Der FSP vorliegende, aktuelle Zahlen der SASIS AG zeigen, dass das Anordnungsmodell keinen massgebenden Einfluss auf den Kostenanstieg hat, sondern sich vielmehr der Trend der vergangenen Jahre fortsetzt. Von einer “Kostenexplosion” aufgrund des Anordnungsmodells kann keine Rede sein.

Das Anordnungsmodell in Zahlen

  • Ziel des neuen Anordnungsmodells ist es, das Angebot an Psychotherapie im Rahmen der Grundversicherung zu verbessern, weswegen ein Anstieg der psychotherapeutischen Kosten in der Grundversicherung erwartet wird.
  • Das BAG schätzte diese zusätzlichen Kosten bei der Einführung des Anordnungsmodells auf 170 Millionen. Die Gesamtkosten der Grundversicherung sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich auf über 36 Milliarden angestiegen.
  • Helsana analysiert die Entwicklung der Kosten für Psychotherapie (psychologische und psychiatrische) in der jüngsten Ausgabe ihres Magazins «Standpunkt» und kommt zum Schluss, dass sich die Kosten im zweiten Halbjahr 2022 von der Zusatzversicherung auf die Grundversicherung verschieben, was mit der Einführung des Anordnungsmodells zusammenfällt. Die Kostenentwicklung entspricht jedoch der seit mehreren Jahren beobachteten Entwicklung .Helsana analysiert die Entwicklung der Kosten für Psychotherapie (psychologische und psychiatrische) in der jüngsten Ausgabe ihres Magazins «Standpunkt» und kommt zum Schluss, dass sich die Kosten im zweiten Halbjahr 2022 von der Zusatzversicherung auf die Grundversicherung verschieben, was mit der Einführung des Anordnungsmodells zusammenfällt. Die Kostenentwicklung entspricht jedoch der seit mehreren Jahren beobachteten Entwicklung.
  • Die Unterversorgung in der Psychotherapie ist in der ganzen Schweiz akut. Insbesondere Kinder und Jugendliche sind betroffen. Wartezeiten von mehr als sechs Monaten sind üblich.
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