Der Effekt von Mikropausen

15 Jan 2024
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Nadine Shaabana on Unsplash
Ergebnisse einer Metaanalyse

Ein Forschungsteam der West University of Timişoara in Rumänien hat eine Metaanalyse zum Effekt von Mikropausen in der Arbeitswelt durchgeführt. Ziel war, ein besseres Verständnis davon zu erlangen, wie diese (höchstens zehn Minuten dauernden) Pausen zum Wohlbefinden beitragen können und wer am meisten davon profitieren würde. Knapp 19 Studien, die zu diesem Thema passten, wurden hinsichtlich der Faktoren Energie, Müdigkeit und Leistungen ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass Mikropausen statistisch signifikante, aber geringe Effekte haben. Sie erhöhen das Energielevel und verringern die Müdigkeit. Hinsichtlich einer Steigerung der allgemeinen Leistungsfähigkeit konnte allerdings kein signifikanter Effekt festgestellt werden. Obwohl Mikropausen gutzutun scheinen, führen sie nicht zu einer erhöhten Produktivität.  

Interessante Variationen wurden zudem bei der Berücksichtigung mässigender Faktoren festgestellt. Mikropausen zeigten einen geringen und nicht signifikanten Effekt auf die Leistungen, wenn es sich um eine kognitive Aufgabe handelte. Bei kreativen Aufgaben war der Effekt gering und signifikant, bei Büroaufgaben mittelstark und signifikant. Warum gerade bei Büroaufgaben? Der Studienleitung zufolge reduzieren Pausen bei Routineaufgaben die Gefahr, dass die Gedanken abschweifen und Fehler entstehen. Bei kreativen Aufgaben wiederum könnte die Flexibilität, die im Wechsel der Aktivität liegt, von Vorteil sein. Die Ergebnisse zeigen, dass Mikropausen sinnvoll sein können, wenn sie auf den jeweiligen Kontext abgestimmt sind. Verwiesen wird aber auch darauf, dass solche Pausen mit einer Dauer von unter zehn Minuten keinesfalls längere Pausen oder Ruhetage ersetzen können. 

Referenz
Albulescu, P., Macsinga, I., Rusu, A., Sulea, C., Bodnaru, A., & Tulbure, B. T. (2022). «Give me a break!» A systematic review and meta-analysis on the efficacy of micro-breaks for increasing well-being and performance. PLoS ONE, 17(8). doi : 10.1371/journal.pone.0272460 
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